Sex in Computerspielen ist eine Geschichte voller Missverständnisse, enttäuschter Erwartungen und grober Pixel. Ficken funktioniert bisher nur so richtig in der analogen Welt. Versuche, den Sex in die virtuelle Welt zu übertragen, gab es viele. In den Achtzigern ruckelte eine Hallodri namens Leisure Suit Larry über 386er-PCs. Larry trug stets einen weißen Anzug, war meistens abgebrannt und ein Schwerenöter. Auf der Suche nach sexuellen Abenteuern steuerte der Spieler diesen hoffnungslosen Fall durch eine Pixel-Welt und kassierte Ohrfeigen von diversen Damen. Humor der Larry-Serie richtete sich an Erwachsene. In den Achtzigern waren Computerspiele noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen, sondern eine Angelegenheit von nahezu ausschließlich männlichen Wesen im Alter zwischen 9 und 18 Jahren. Das Gros der Spieler waren Jungs, die im Unterricht augenblicklich eine Lachattacke befiel, sobald auch nur das Wort „Penis“ fiel. Dieselben Jungs verbrachten ihre Nachmittage damit, den „Joystick“ ihres Amiga 500 oder C64 so schnell hin und her zu bewegen, dass nicht wenige an einer Sehnenscheidentzündung erkrankten. Das Spiel „Sex Games“ war eine Variante der in den Achtzigern aufgekommenen Rüttelspiele, bei denen Erfolg und Misserfolg davon abhingen, wie schnell man den Joystick nach und links und rechts bewegen konnte. „Das Rütteln hatte schon ein bisschen was Anstößiges“, sagte der Entwickler Thomas Landgraf einmal in einem Interview. Abgesehen davon waren die Ähnlichkeiten zur analogen Penetration allerdings gering. Jetzt soll sich das ändern – dank „Kinect“, einem Bewegungssensor für die Xbox (ähnlich der Wii). Beim Spiel Motion Swinger geht es ausschließlich um Sex in all seinen Variationen. Kinect scannt den eigenen Körper und vergleicht ihn online mit dem von anderen Spielern.

Neben den üblichen Stellungen, Dreier, Vierer und Gruppensex-Spielen wirbt Motionswinger auch damit, sich in Tierkostüme zu werfen: „You can even do it like animals! Dress up like a cat and let’s make love! Miao...“ heißt es auf der Website. Die „Einführung“ in das Spiel spricht übrigens David Hasselhoff. „Motionswinger“ hört sich nach dem Wunschtraum aller Geeks an: Endlich ist es möglich, den ganzen Tag vor der Konsole zu verbringen und dabei auch noch eine Form der sexuellen Erfüllung zu finden. Nur leider gibt es das Spiel in Wirklichkeit gar nicht.

Text: philipp-mattheis - Bilder: www.motionswinger.com/