Rechnen mit Pimmel und Pi

Sexualaufklärung dient der Volksbildung: Wie Dr. Sommer die Geheimnisse der Liebe mit mathematischer Gründlichkeit untersucht.
tobias-peter

Dr. Sommer weiß alles. Übers Verlieben, Verbrauchen und Vergessen. Über Verwachsungen und Vermessungen. Deshalb wendet sich Stefan, 15, in der kürzlich erschienenen Bravo-Ausgabe Nr. 43 (Aufdruck: "156 Seiten! Die fetteste Bravo aller Zeiten") an den Experten und sein Team: "Ihr habt vor kurzem geschrieben, dass die Dicke des Penis beim Sex fast noch wichtiger ist als die Länge", so Stefan. "Könnt ihr mir auch noch sagen, wie dick der Penis bei Männern normalerweise ist und wie so was gemessen wird?"

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Illustration: Julia Schubert

Ein Kollege von Dr. Sommer mit schwerem Gerät bei der Grundlagenforschung Lang, lang sei die Penisdicke unterschätzt worden, schwafelt Dr. Sommer in der Antwort zunächst. Doch dann wird es konkret: "Gemessen wird die Penisdicke als Umfang und Durchmesser am steifen Penis. Dazu wird ein flexibles Maßband locker um den Penisschaft gelegt." Beim erwachsenen Mann liege der durchschnittliche Umfangswert zwischen elf und 14 Zentimetern. Also, Stefan: Hosen runter. Dann erst die Hand und mit ausreichender zeitlicher Verzögerung das Maßband anlegen. Dagegen wird es beim Durchmesser für Stefan richtig schwierig und kompliziert. Da muss er sich an den Schreibtisch setzen: egal ob er gerade eine Hose anhat oder nicht. Denn der Penisdurchmesser ist die kürzeste Verbindung von der einen Seite des Penis zur anderen. "Er lässt sich nur mit einer Formel berechnen, weil man natürlich keinen Maßstab durch den Penis stechen kann", meint Dr. Sommer. Das ist so nicht ganz richtig. Man könnte schon, auch wenn es absolut nicht ratsam ist... Ta-daaa. Dr. Sommer schreitet zur Tafel. Wörtlich: "Der Durchmesser berechnet sich so: Umfang geteilt durch 3,14. Wer also einen Penisumfang von zwölf Zentimetern hat, dessen Penisdurchmesser beträgt 12:3,14=circa 3,8 Zentimeter. Das entspricht etwa dem durchschnittlichen Wert bei erwachsenen Männern." Noch ein wenig mathematischer ausgedrückt (jetzt gut aufpassen, Stefan): Der Penisdurchmesser entspricht dem zweifachen Penisradius. Den Umfang einer runden Fläche berechnet man mit der Formel: U (Umfang) = 2 Pi r. Pi entspricht etwa 3,14. Da d (Penisdurchmesser)=2r ist, gilt: d = U/3,14. Angesichts der Bildungsmisere in den Schulen sind die Penisgleichungen eine tolle Idee. Pisa lässt grüßen, Pimmel und Pi sind die Lösung: Denn wenn sich die Umfangberechnung anhand eines so lebensnahen Beispiels erklären lässt, gilt das auch für andere mathematische Phänomene: Penisvektoren, Penisbrüche, Penisgeometrie. Angespornt von Bravo, werden die Mathelehrer demnächst vor der Klasse vortragen: "Los Kinder, ihr kalkuliert einfach die spezielle Penisnomie der ungraden Pimmeltenuse, multiplodiert durch die Quadratwusel der Triebkraft." Fortgeschrittene beziehen ganz logisch auch die phallometrische Doppel-Variablen-Ungleichung mit ein. Dr. Sommer ist eben nicht nur ein Spitzenarzt, sondern auch ein Spitzenpädagoge. Deshalb weist er noch pflichtschuldig darauf hin, dass mit einem dickeren Penis niemand automatisch der bessere Lover ist: "Vielen Mädchen sind andere Qualitäten bei Jungen viel wichtiger, z.B. dass sie liebevoll küssen oder dass sie ein Mädchen auch mit viel Fingerspitzengefühl zum Orgasmus bringen können", betont er. Doch damit müssen die Jungs und Mädchen noch ein bisschen warten. Die Formel für Fingerspitzengefühl verrät Dr. Sommer erst nächste Woche. Foto: AP

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