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Sexstudien und ihre tiefere Botschaft - Teil 3: Verdrehte Welt

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Die Pille für den Mann Die neue Rangordnung der Lieblingsbeschäftigungen von Männern und Frauen stellt das Sex- und Liebesleben auf den Kopf. Eine Studie in Großbritannien fand heraus, dass 94% der britischen Männer niemals aufhören würden ihr Fußballteam zu lieben. Mit ihren Freundinnen würden sie aber Schluss machen, wenn die Beziehung nicht funktioniert. Die Verbundenheit der Männer mit ihrer heißgeliebten Elf geht sogar so weit, dass ein Viertel von ihnen eine Beerdigung eines Familienmitgliedes sausen lassen würde, um kein Spiel zu verpassen. Kein Wunder, dass die Frauen unzufrieden sind. Auch das fand die Studie heraus: Die Leidenschaft zum Fußball ist ein Weg für Männer, Gefühle zu zeigen. Über ein Drittel der Männer gab an, schon einmal bei einem Fußballspiel aus Freude oder Verzweiflung geweint zu haben. Schokolade für die Frau Aber nicht nur die Männer stellen das andere Geschlecht hinten an. Auch die Frauen haben andere Prioritäten: TV-Schnulzen schauen statt Sex. Das ergab eine Studie des Gewis Instituts im Auftrag einer deutschen Frauenzeitschrift. Ein Monat ohne Schaumbad ist für 19% der Frauen undenkbar, nur 6% hingegen halten Sex für unverzichtbar. Für ein Viertel der befragten Frauen sind TV-Schnulzen das höchste Genuss-Erlebnis. Kein Wunder, dass die Männer lieber ihr Herz dem Fußball schenken. Trotzdem scheint etwas grundlegend schief zu laufen, wenn eine Lisa Plenske und ihr David die Frauen in höhere Erregung versetzen, als es ein Mann vermag. Aber Sex macht ja bekanntlich auch glücklich und die Damen wollen nicht auf diese notwendigen Endorphine verzichten. Wenn sie die koital verpassen, werden sie eben anders eingeholt: fast ein Viertel aller Frauen hält es keinen Monat ohne Schokolade aus.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Hoffnung im Alter? Langfristig gute Aussichten macht jedoch eine Studie der Universität Leipzig: Rund zwei Drittel aller 61-bis 75-jährigen verspüren ein regelmäßiges sexuelles Verlangen. Im Vergleich zu früheren Studien ist dies ein deutlicher Anstieg. Das gibt Grund zur Hoffnung: vielleicht kommt das Sexleben wenigstens im Alter wieder in Schwung! Der demographischen Struktur bringt das zwar leider nichts, aber immerhin ein bisschen Abwechslung im Ruhestand. Die entscheidende Frage ist doch, wie fing das alles an? War im fußball-verquirlten Hirn der Männer kein Platz mehr für die Frauen, so dass diesen gar nichts anderes übrig blieb als sich auf Plenske und Co. zu konzentrieren? Oder haben die Frauen durch ihre exzessive Schokoladensucht die Männer in die Arme der Stürmer und Liberos getrieben? Das sollte vielleicht eine weitere Studie klären, damit wir wenigstens wissen, wer Schuld ist an dem Dilemma. Illustration: daniela-pass

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