Ein paar Idioten schubsen sich im Kreis herum: Sternbuschweg in your face!

Nervt deutscher Pop mit schlauen Wie-ich-mich-so-fühle-Texten bereits? Oder ist dieses Tor für immer und ewig aufgestoßen und noch so viel Knödelei von großen Freundschaften, kleinem Pils und Bis-wir-sterben-Tremolo kann dem nichts anhaben? Sind Sternbuschweg die besseren Virginia Jetzt!, Lichtjahre hinterher oder zeitlos? Und wo wohnt Tom Liwa eigentlich heute?
daniel-erk
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Illustration: Julia Schubert

Einen einfacheren Beruf als Imageberater für sympathische, nette Indiebands aus Ostberlin kann es gar nicht geben. Die Antworten liegen auf der Hand, viel kann man ohnehin nicht falsch machen und die wenigen Fragen, die sich stellen, sind einfach zu beantworten, in etwa so: Den Bandnamen von einem Tom-Liwa-Lied über Heimat borgen? Richtig. Einen Sänger mit Hartmut-Engler-eskem Bühnencharme und Ohrring anheuern? Falsch. Texte, die gleichzeitig sehr deutlich von Liebe und Pogotanzen handeln, aber auch kafkaeske Unklarheit verbreiten? Richtig. Zwei phänomenale EP raushauen? Sehr richtig. Dann einfach nichts mehr machen und die gerade kochende Euphorie verpassen? Falsch, ganz falsch. Klopft man Sternbuschweg, die sich ehedem selbst als „faulste Band im Musikbusiness“ brandmarkten, auf diese Weise ab, versteht man, warum die vier mittlerweile Um-die-30er aus Berlin nicht längst wenigstens in der Mittelklasse der Charts herumgeistern. Aber was nicht ist, soll bald werden – denn noch im Spätsommer wird eine neue Single in die Läden kommen, im Herbst soll dann das zugehörige Album folgen, auf dem mit „O.W.“ und „Der Übermäßige Konsum Von Platten Aus Manchester Unterdrückt Meine Kreativität“ auch die beiden winzigen Superhits von vor drei Jahren wieder aufgelegt werden sollen. Bis es soweit ist, könnte man sich jedenfalls mal mit der Band vertraut machen und auf der Homepage drei Lieder anhören. Speichern Unter: Sternbuschweg! Jetzt aber!

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