Ey, wenn das mein Boyfriend erfährt!

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Fotos: theboyfriends.com / Annie Corbishley) Dies entpuppte sich zunächst als schwierig, da der ehemalige Smiths-Sänger schon während der Vorgruppe Swimmer One von dem gewitzten Adleraugen-Publikum erspäht und bestürmt wurde. Über einen Notausgang schlich sich die graue Eminenz der guten Musik nach einer überstürzten Flucht wieder zurück in den Club und sah sich das Set der Boyfriends von der Tür aus an. Da „Mozzer“ normalerweise kein gutes Haar an aktuellen Bands lässt („Are there any new musicians that excite you?“ – „NoooooOOOOOOooooo!“), sorgt sein Konzertbesuch für umso größeres Raunen, Tuscheln und Stirnrunzeln. Wer zum Teufel sind diese Boyfriends? Das Londoner Quartett hat gerade seine erste Single „I Love You“ veröffentlicht und schenkt die Weltschmerz-Humpen mit düsterem Glam und getragenem Pathos recht freigiebig aus. Auch wenn das im derzeitigen hibbeligen Arctic-Monkeys-Fieber gar nicht so angesagt scheint – sondern eher an verjährte Toptypen wie Shed 7 oder Suede erinnert (bei letzteren war Morrissey übrigens auch bereits Konzertgast, bevor irgendjemand sonst sie kannte).

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Illustration: Julia Schubert

„Be honest, be gallant, be brave“ singt der glatzköpfige Boyfriend Martin Wallace oder „ I cut my own throat for you“. Klar, das bei solchen Zeilen Morrissey nicht vor seinem Espresso sitzen bleibt, sondern mit der Vespa in Richtung britische Heimat knattert. Die auf der Website der Band verfügbaren Demos „The White Devil“ (Anti-Koks-Hymne?) und „Speak Less And Listen“ (Ergebnis einer Paartherapie?) klingen zwar noch ein wenig ruppig an den Ecken, aber die Songs sind gut. Und auf der obligatorischen myspace-Präsenz wurde schon ein bisschen besser abgemischt. Außerdem: Live sind die Boyfriends angeblich sowieso am geilsten. Ach! Wenn sie nur nicht ständig mit ihren Kumpels Fußball gucken würden, beim Shoppen ein bisschen mehr Geduld hätten und öfter mal sagen würden, dass sie einen lieben. Speichern unter: Lieber doch noch nicht den Eltern vorstellen.

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