Im Paradies der Ungehypten

Immer schneller dreht sich das Musikkarussell, jeden Tag neue, tolle, zwingende Bands, immer mehr Musik, immer weniger Beständigkeit – da kommt doch keiner mehr mit.
daniel-erk
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Illustration: Julia Schubert

Immer schneller dreht sich das Musikkarussell, jeden Tag neue, tolle, zwingende Bands, immer mehr Musik, immer weniger Beständigkeit – da kommt doch keiner mehr mit. Schon gar nicht die Musikpresse, die trotz Vorsprung durch Technik an ein paar Regeln wie Veröffentlichungstermine gebunden ist. Ja, vielleicht: der Anfang vom Ende. Da bleibt, musikalisch, zwangsläufig Einiges auf der Strecke: die Kleinen, die Unscheinbaren, die Unhypebaren. Dagegen gehen wir vor, hier bei "Speichern unter" , und mit uns Millionen Musikblogs – und neuerdings auch das tolle Fanzine Nillson, das seinem Onlinemagazin einen ebenso erlesenen wie liebevollen Downloadsampler zur Seite stellt. Mit dabei: Ampl:tude und Clickclickdecker, die auch hier schon zu berechtigten Ehren kamen, Wolke aus Köln mit einem lässig-tristen und mit Funk vollgesogenem Stückchen namens „Rhodes ins Nichts“ und dem wunderbar aufrichtigen, einsamen und im Regen weinenden „Wie Du“ von Julius (inkl. Tomte-/Flaming-Lips-Zitat). Persönliches Highlight ist aber unangefochten „Anfang vom Ende“ von Mobile. So viel spröder Charme, Witz, Understatement und Unpeinlichkeit, etwas strukturelle und humorige Ähnlichkeit mit Liam Lynchs „United States Of Whatever“ – und fertig ist der Superohrwurm. Einer von vielen. Speichern Unter: Zu Unrecht unbekannt

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