Immer weiter gehen: The Walkmen auf den Walkman ziehen und abgehen

Das ewige Tingeltangle durch Bars, kleine Clubs und die Provinz zahlt sich heutzutage selten aus, zumindest für Bands. 2006 erspielen sich Bands das Publikum nicht, sie werden erst gehypt, gebreakt, gehasst. Nicht so The Walkmen. Die Herren aus New York sind schon ein paar Tage eine Band, aber der Erfolg kommt erst jetzt. Aber das ist längst nicht das einzig Schräge.
daniel-erk

Hamilton Leithauser (Gesang, Gitarre), Paul Maroon (Gitarre, Klavier), Walter Martin (Orgel), Peter Bauer (Bass) and Matt Barrick (Schlagzeug) sind zwar heißer Scheiß, aber eben nicht der heiße Scheiß, von dem vor drei Tagen noch keiner wusste - und in drei Tagen keiner mehr etwas wissen will. Schon allein deshalb, weil da mehr Substanz ist als das Zeug in der Nase und eine Dose mit Haargel. Vier der fünf Walkmen waren schon gemeinsam auf der Schule und bevorzugen auch sonst im Proberaum Althergebrachtes, etwa ein sonderlich altes Klavier und analoge Aufnahmetechnik. Während das Debüt vor vier Jahren und dessen Nachfolger vor zwei Jahren an Deutschland vorbeigingen, erreichten The Walkmen in den USA ihre Hörerschaft – nicht zuletzt einmal mehr dank des Indie-Schnellkochtopfs „The OC“. 2006 nun wird die Ernte ganz offenbar eingefahren: Einerseits mit dem Album „A Hundred Miles Off“, von dem man sich Another Goes By via MySpace downloaden kann. Andererseits mit einem Coveralbum des Albums „Pussy Cat“ von John Lennon aus dessen Partyphase im Jahre 1974 – von dem Many Rivers To Cross zum Download bereitsteht. Eine wunderbare Band, die so schnell nicht wieder verschwinden wird. Hoffentlich. Speichern Unter: Was lange geht, wird am Ende gut