Maritime, die eigentlich beste Band, die man haben kann

Trotz drei enormer Alben immer noch was für die Genießerrunde: Maritime legen wieder weit vor.
max-scharnigg

Nicht wesentlich untoller geworden sind Maritime auf ihrem bereits dritten Werk, das in diesen Tagen wieder via Grand Hotel Hamburg auf deutschen Ohrboden fällt. Dass amerikanische Bands Gitarrenpop mittlerweile im Schnitt netter beherrschen als die britischen Kollegen, ist ja ein offenes Hosentürl unter den Geheimnissen. Maritimes Popverständnis geht noch über das lockere Aufreihen süßsaurer und a point gebratener Lieder hinaus. Jede ihrer Platten funktionierte auch im Ganzen als Exzellenzintiative im Dienste der Leichtigkeit, bei der keine Last drückt und wirklich jedes Lied trocken und stilvoll serviert wird, wie das sonst nur die Go-Betweens und äh, die Smiths, auf Albumlänge durchhalten. Die Stimme von Davey von Bohlen parallel zu der staubtrockenen Schlagzeugarbeit, gibt jederzeit mehr Halt als ein ganzes Lager voll Treppengeländer. Nachzuvollziehen zum Beispiel am superangenehmen "Tearing Up The Oxygen" von der letzten Platte:

Das neue Album „Heresy and the Hotel Choir“ unterstreicht diese herrliche Arbeit im Popweinberg des Herrn einmal mehr mit einer wirklich imposanten Hitdichte und einer Eingängigkeit, an der R.E.M., die gerade im Studio sind, ganz schön knabbern dürften. Maritime sind natürlich cooler und netter, das sieht man schon daran, dass sie einen der besten Songs zum Runterladen anbieten. Bitte anhören und glauben: das ist alles gut.

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