Mon)tag: Wie der Tag bricht

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Illustration: Julia Schubert

montag-musik.de Wütend, politisch, hintersinnig oder wenigstens verquer polternd – so ungefähr stellte man sich lange Zeit die charakteristischen Eckpfeiler für Pop deutscher Machart jenseits von Westernhagen, Nena und Grönemeyer vor: Bloß nicht zu populär, bloß nicht zu nett, bloß nicht zu verdaulich. Das alles gilt 2005 nicht mehr Spätestens mit dem Siegeszug der Sportfreunde Stiller, von Juli und Silbermond sind alle Abgrenzungsversuche gegen die gefürchtete Schublade „Schlager“ passé. Folge der neuen Unverkrampfheit: Seichter Kinderpop ist auf dem Vormarsch. Nett also, dass das Ablegen der Scheuklappen auch sympathischere Varianten zu Tage bringt: Die Hamburger Band Mon)tag legt mit ihrem zweiten Album „Sender“ und der Single „Wie der Tag bricht“ einen recht erwachsenen Entwurf von deutschem Pop vor. Soulspielereien da und dort, sommerliche Melodien und entspannte Texte. Das ist (wie der jetzt-User bosch in seiner Kritik zu „Sender“ angemerkt hat) nicht immer hochliterarisch, trägt dafür aber auch nicht das aufdringliche Prädikat „Achtung! Irre wertvoller Text“ vor sich her. Man muss das ja nicht mögen, aber: Bei Mon)tag ist Pop einfach Pop. Und das kann man mögen. Speichern Unter: Pop aus Hamburg, zur Abwechslung mal sanft, persönlich und erwachsen, nicht wütend, gesellschaftskritisch und pubertär

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