New York, London, Dinslaken

Wo Thees Uhlmann draufsteht, ist nicht zwingend die Neuerfindung des Rades drin. Euphorie geht da auch einfach mal so. Im Falle der, tatsächlich, Dinslakener Band Kilians, die im letzten Jahr schon Tomte-Support waren und die nun via Grand Hotel Van Cleef ihre erste EP veröffentlichen, ist die Freude aber sehr, sehr nachvollziehbar.
daniel-erk

Schülerbands hängen gerne in Probenräumen ab, kiffen, spielen einmal im Jahr im Jugendzentrum und trinken vor, während und nach dem Gig derartig viel Bier, dass man meinen könnte, Musik wäre hier nur ein Vorwand zum Prost. The Kilians aus Dinslaken aber, deren Sänger noch kein Abitur, dafür aber gerade mal den Führerschein hat, machen Freude. Hier wird nichts neu erfunden, klar, lediglich neu buchstabiert, was sowieso als toll und gut bekannt ist - aber was heißt das "lediglich"? In England und den USA läuft das ja auch so und es stört keinen und so gut muss man dieses Manhattan-East-London-Ding erst einmal einschenken. Dizzy, Fight The Start und Jealous Lover sind jedenfalls sehr weit vorgelegt für ein Debut in so jungen Jahren. Selbstredend, man ist ja in Deutschland, mosert eine stets mosernde Mehrheit aus nichtigen Gründen. Während andere lieber die Lautstärke an der Stereoanlage aufdrehen, noch ein Bier an der Bar holen und in den Moshpit der Kilians starten. Uhlmann ist auch schon da. Speichern Unter: Gewinner bei Jugend musiziert (NME Edit)