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Das Cover des jetzt.de-Weihnachtssamplers gibt es hier zum Runterladen. 1. Sufjan Stevens: That Was The Worst Christmas Ever Ausgewählt von daniel-erk Wer schon einmal das Vergnügen hatte, Weihnachten in deutschen Fußgängerzonen bzw. im trauten Kreise der Familie zu verbringen, weiß wie höllisch das Fest der übersteigerten Erwartungen aussieht: Fröhlichkeits- und Zuneigungszwang, während sich in den Innenstädten die Menschen mit Glühwein und chinesischem Essen oder Bratwürsten vollmachen. Sufjan Stevens, der gute Mensch aus Illinois, bringt mit „That Was The Worst Christmas Ever“ Trost, wie immer, auch zu Weihnachten. Wahrlich: Ein Grund zur Freude. Und ein Lied zum Verlieben. 2. La Puma: Queen In Bloom Ausgewählt von michele-loetzner Musikalisch ist die Sängerin Helena in Deutschland durch ihre Familie, nennen wir es "vorbelastet". Ihre Cousine Vanessa, bekannt als Casting-Hupfdohle, hat ihr angeblich schon früher nichts vom familieneigenen Nutella abgegeben. Vielleicht war das ganz gut so, denn Helena und ihre zwei Jungs sind brilliante Musiker und ihr Song "Queen in Bloom" ist ganz fantastisch, wenn man in besonders laut hört. Da sind sich meine Boxen im Auto und ich uns einig. 3. Assembly Now: It's Magnetic (Remix) Ausgewählt von dirk-vongehlen Vier junge Männer aus London, die von sich behaupten, an einem geheimen Ort mit sieben schwarzen Katzen zu leben: Gavin Dwight, Maxim Fernandez, Howard Sutton und Andrew Lusher sind Assembly now. Anfang des Jahres nahmen die vier gemeinsam mit den Produzenten John Fortis – der schon mit Art Brut und Razorlight gearbeitet hat – und Howard Gray (The Cure, U2) wunderbare schnelle Gitarrensongs auf, die man auf ihrer MySpace-Seite anhören kann. 4. The Album Leaf: Always For You Ausgewählt von max-scharnigg Ah, The Album Leaf, die Musik die 2006 am längsten bei mir ohne Auswechslung laufen durfte. Islandkaskaden, perfekt, um alle kleinen Gemütsdellen und die leichte Sorge um Notwist auszubügeln. 5. Milenasong: Thirty Ausgewählt von caroline-vonlowtzow Sie klingt wie eine weitere Coco Rosie-Schwester: die norwegisch-slowenische, in Berlin und England lebende Milenasong. Musik wie mondsüchtige Poesie und Stimmen aus dem Unterbewusstsein. Im Januar kommt das Album „Seven Sisters“. 6. Arctic Monkeys: I Bet You Look Good On The Dancefloor Ausgewählt von stefan-winter Die Schnelleren kannten sie schon 2005. Aber was für eine Rolle spielen Tage und Monate bei einer epochenmachenden Band? 2006 war das Jahr der Arctic Monkeys: Ihr Album "Whatever People Say I Am, That's What I'm Not" verkaufte sich besser als jedes andere Debut, das jemals in Großbritannien veröffentlicht wurde, sie gewannen einen Brit Award und den Mercury Prize. Trotzdem wissen sie, was sich gehört: Als Jamie Cook sich nach der Verleihung der Q-Awards (den sie auch erhielten) im November weigerte, umgerechnet mehr als 30 Euro für zwei Bier zu zahlen, wurde er vor die Tür gesetzt. Ihm war es egal, kurz drauf lies man ihn nämlich wieder rein. 7. Pardon Ms Arden: Disco Queen Ausgewählt von dominic-holzer Woher kenn ich den Song bloß? Ich breche hier mal eine Lanze und winke demonstrativ mit der Reihenhaussiedlung: Was die drei Münchner Nick, Tom und Alex da in kürzester Zeit auf die Beine und Bühne gestellt haben ist beachtlich. Immer mal wieder geistert „Disco Queen“ über die Tanzflächen einschlägiger Clubs und heizt den becksgoldigen Tanzemädchen so richtig ein. Damit das auch so weitergeht und bald alle mitsingen können, gehört der Song unter den Diskokugel behängten Weihnachtsbaum. Do you like the Disco Queen? Aufgenommen übrigens in den renommierten Telstar-Studios – auch die Arctic Monkeys waren schon da. 8. Yo La Tengo: Beanbag Chair Ausgewählt von caroline-vonlowtzow Auch zwanzig Jahre nach ihrem Debüt immer noch groß: die Lo-Fi-Helden aus Hoboken. Mehr kann man dazu nicht sagen. Einfach zuhören. 9. Solomon Burke: None Of Us Are Free Ausgewählt von christina-kretschmer Solomon Burke hat in diesem Jahr ein sensationelles Album veröffentlicht. Der Bischof, King of Soul und überhaupt großartige Mensch hat mit Country-Größen (wie Dolly Parton oder Gillian Welch) das Album "Nashville" in der Hauptstadt der Country-Musik aufgenommen. Es ist herzerweichend und die Weiterführung einer Soul- und Country-Tradition. Denn die haben sich schon vor 50 Jahren gegenseitig gecovert und keinerlei Berührungsängste gehabt. 10. Beirut: Postcards From Italy Ausgewählt von caroline-vonlowtzow Zach Condon aka Beirut aus den USA schwang sich in diesem Jahr mit einer Stimme zwischen Rufus Wainwright und Thom Yorke zum Conor Oberst der osteuropäischen Volksmusik auf. Und bei "Postcards from Italy" packt einen sofort das Fernweh. 11. CSS: Let's Make Love And Listen To Death From Above Ausgewählt von dirk-vongehlen Was ist der verblüffendste Brasilien-Export seit Ronaldinho? Fünf junge Frauen und ein Mann aus Sao Paolo, die von Südamerika aus, die Indiewelt auf den Kopf stellen: Cansei de Ser Sexy haben es satt, sexy zu sein. Deshalb haben sie sich nach einem Beyoncé zugeschriebenen Zitat benannt: Tired of Being Sexy heißt auf Portugiesisch "Cansei de Ser Sexy", das ist aber für die weltweite Fangemeinde zu schwierig auszusprechen. Deshalb heißen sie jetzt einfach nur CSS. (Zum Download nach unten fahren) 12. The Jakpot: Fickle Ausgewählt von michele-loetzner The Jakpot aus Manchester sind vor allem eins: süß. Und ich bin ein Mädchen, also darf ich das sagen. Gut, dass die auch noch feine Lieder schreiben. "Fickle" muss dieses Jahr auf jedem Ich-will-ein-Mädchen-beeindrucken-Mixtape drauf sein. Deshalb Jungs, "fickle" im Wörterbuch nachschlagen und danach ein heißes Tape aufnehmen und der Angebeteten zu Weihnachten schenken! 13. Luna: The Slow Song Ausgewählt von max-scharnigg Der traurigste, schönste, zärtlichste Song den ich in den letzten zehn Jahren gehört habe. Dean Wareham singt auf deutsch von Senfkörnern des Wahnsinn und er ja hat so Recht. Hier in einer sehr akzeptablen Live-Version. Ich verrate das nur für wirklich nette Menschen. 14. My Brightest Diamond: Something Of An End Ausgewählt von caroline-vonlowtzow Shara Worden aka My Brightest Diamond klingt wie die Widergängerin der unglaublichen Beth Gibbons von Portishead und „Something Of An End“ passt hervorragend zu Kamin, Sturm und Weihnachtstee. 15. Bright Eyes: Blue Christmas Ausgewählt von sebastian-klein Connor Oberst, verbürgtermaßen die größte Heulsuse der westlichen Welt, findet natürlich auch rund um die Feiertage ausreichend Gründe für Jammer und Sorge. Aus seiner Warte klingt „Blue Christmas“, seit jeher ein melodramatischer Weihnachtsklassiker der auch bei Elvis schon alle Register des Mitleids zog, noch trauriger, noch erbärmlicher und suizidwürdiger. Genau das Richtige also, wenn sich die angetrunkene Verwandtschaft unter dem Weihnachtsbaum um die zu vererbenden Eigentumswohnungen zankt. 16. Casiotone For The Painfully Alone: New Year’s Kiss Ausgewählt von daniel-erk Nein, auch im neuen Jahr wird nichts besser. Die Uhr springt auf Null und das bedeutet nichts, auch wenn es blitzt, als wäre da ein Zeichen. Wir werden so fehlbar und dumm bleiben, wie wir sind. Wir werden leiden und weinen. Werden an das Gute glauben und den Mist bekommen. Das wirklich Gute aber, das wird auch 2007 im Kleinen zu finden sein. In einem Augenblick auf einem Hausdach. In einer Straßenschlucht in einer großen Stadt. Auf einem Berg, beim Blick auf die grauen Wellen der Ozeane. Und in den Liedern von Casiotone For The Painfully Alone. Ein Anfang, immerhin. Wir wünschen viel Vergnügen - und frohe Weihnachten!