Sie lädt runter – reich und schön, super und umsonst

Rich And Kool sind eine der Bands, die man vor allem in Berlin auch dann schon lange kennt, wenn man sie noch nie live gesehen und keine ihrer EPs im Regal stehen hat: Sänger Rob D. Rich, Serge Kool, Daniel Baumann und Schlagzeuger James DNA sind im Berliner Nacht- und Konzertleben derart umtriebig, dass man dem Namen in den letzten Jahren nicht vorbeikommen konnte, außer man hat nie einen Flyer in der Hand bekommen, kein Plakat betrachtet und kein Stadt- oder Musikmagazin aufgeschlagen. Jetzt gibt es mit „Back To You“ das erste Album.
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Photo: Ulrike Mc cullough Und dieses erste Album stellt sich mit breiten Beinen in die Stadt, aus der es kommt. Aufgenommen im Neubauten-Proberaum mit dem omnipräsenten Moses Schneider, der auch den Neu-Berlinern Tocotronic und den alten Bratzen von den Beatsteaks den letzten Schliff gab, atmet „Back To You“ jene Schroffheit, die früher den Prenzlauer Berg, ganz früher Mitte und mittlerweile vor allem Kreuzberg 36, Friedrichshain und Neukölln auszeichnet. Rock, HipHop, Elektro und Funk werden hier in einen Topf geworfen und vermengt, wie früher in den Punkkellern sämtliche Alkoholika in einem Pott zur Drecksaumischung wurden, aus dem man für 1 Euro einen Plastikbecher bekam. Und ähnlich knallen auch Rich and Kool. Wenig verwunderlich also, dass Chikinki, IAMX und sogar Bloc Party gefallen an der Band fanden und um Remixe baten; und Bloc Party die Jungs von Rich And Kool mit auf Tour nahmen. She’s loading aus eben diesem Debütalbum knarrt und knarzt und treibt den Bass nach vorne. Während die Dame im Lied ihre Kanone geladen hat, laden Rich And Kool ihr Repertoire. Und die ganze Stadt zu einer Party ein – nämlich am 31. Mai ins Bassy zur Releasefeierei. Speichern Unter: Drecksaumischung a la carte