The Robocop Kraus: All The Good Men

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Illustration: Julia Schubert

therobocopkraus.de Es gibt diese sehr nette Anekdote über The Robocop Kraus, die besagt, dass die Band vor Jahren beim Indiepopklassentreffen Immergut auf der Hotelzimmer verzichtet hätte, um die Nächte lieber – auf dem Boden geblieben – zwischen betrunkenen Jugendlichen aus der Region und Helga-Rufern im Zelt zu verbringen. Auch für die provinzielle Verortung – Nürnberg (wie unglaublich schräg) – gibt es gerne Mal Sympathiebonus – und natürlich für die Treffsicherheit bei der Wahl der Labels: Lado und Epitaph, besser kann man es als Punk/Soul/Hardcore-Band kaum machen, wenn man sich weiterhin Glaubwürdigkeit auf die Fahnen schreiben will. Jetzt ist das neue Album „They Think They Are...“ erschienen, das der Hives-Produzent Pelle Gunnersfeldt mit feschen Frankenquintett in Stockholm zusammengenudelt hat, erschienen. Die Zutaten sind noch immer die Gleichen, noch immer sind The Robocop Kraus die um Welten besseren Beatsteaks: Der Rhythmus prescht voran, die Rockgitarren prügeln die Fäuste in die Luft, ein Synthie orgelt fröhlich im 80er-Retro-Stye und der Gesang will Zeile für Zeile mitgeschrieen werden. „ All The Good Men“, das man auf der Epitaph-Homepage downloaden kann, ist ein sehr hübsches Lied, wenn auch nicht unbedingt das beste des Albums. Wer damit nicht zufrieden ist, dem sei empfohlen „ Free Masons In The House“ von der Vorab-EP „Who Do They Think They are?“ von der Lado-Seite runterzuladen, das einen Gang höher schaltet. Oder – immer noch ungeschlagen, wenn auch etwas abgedroschen – „Fake Boys“ vom letzten Album zu hören, das auch im Askii-Disko-Mix sehr ans Herz zu legen ist. Oder die Band eben einfach um ihres sympathischen Habitus Willen mögen. Speichern Unter: Das Alterswerk der Herzbuben aus Franken - erobert die Welt dennoch.

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