Wenn Musik der Liebe Nahrung ist

Superpitcher Nachdem alle Versuche, Karneval ernsthaft [sic!] in Berlin zu etablieren, gescheitert sind, der 1.
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Illustration: Julia Schubert

Superpitcher Nachdem alle Versuche, Karneval ernsthaft [sic!] in Berlin zu etablieren, gescheitert sind, der 1. Mai weitgehend friedlich verläuft und der Brandenburger Jugend die Love Parade genommen wurde, gibt es nur noch den CSD als Auflauf für die Hauptstadtjugend. Und das „Love Weekend“. In der ganzen Stadt werden an diesem Wochenende die sympathischen (das muss man ja dazusagen) Überreste der Love Parade den Bassregler höher drehen. Ein ganz guter Anlass, an dieser Stelle mal wieder das immer gern gelobte Kölner Technolabel Kompakt zu erwähnen und deren Entwurf von Techno den Indiekids in Form von drei Downloadtipps ans Herz zu legen. Justus Köhnckes „ Schwabylon“ ist ja, Justus Köhncke eben: Melodisch, warm. Und sehr Disco. Vocodervokals (bei Köhnckes Stimme nun auch nicht das Falscheste) und 70er-Funk-Streicher sind nicht unbedingt die Weltrevolution unter den Retrotrends, machen sich in diesem abgehangenen Track aber ausgesprochen gut. Superpitchers „ Happiness“ (hier im sehr technoiden Michael Mayer Remix) will Fröhlichkeit, geizt nicht mit klassischen Techno- und Ravesignalen und gibt sehr gut Gas. Von den Stücken hier mit Sicherheit „das für im Club“. „ Wenn Musik der Liebe Nahrung ist“ von Markus Guenther lässt die Bassdrum dagegen nicht einfach gediegener angehen, sondern gleich ganz weg. Das Stück ist ein sich hübsch und sehr, sehr langsam aufbauendes, 9:19 Min langes Ambient-Monster voller Pathos und Pop – und passt thematisch natürlich besonders gut zum „Love Weekend“. Auch wenn Kompakt da nicht mal einen eigenen Abend schmeißt. Speichern Unter: Warme, wunderschöne Technosounds, die jedes dumme Klischee des Blut-und-Schweiß-Gitarren-Spießertums mit Links widerlegen

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