Das DDR-Freikauf-Trauma in einem Dokumentarfilm

Zynisch betrachtet war das gar keine so schlechte Geschäftsidee: Die DDR war, wie die meisten Länder des "real existierenden Sozialismus", nicht gerade gesegnet mit Gütern, deren Ausfuhr den Staatsetat mit Devisen versorgen konnte. Vielleicht, diesen furchtbaren Verdacht legen Marc Bauder und Dörte Franke in ihrem Dokumentarfilm "Jeder schweigt von etwas anderem" indirekt nahe, wurden auch deshalb so viele politische Häftlinge produziert, damit sie der Westen freikaufen konnte. Rund 2,4 Millionen D-Mark soll die DDR damit eingenommen haben; vor dem Mauerfall sind mehr als 33 000 Menschen auf diesem Weg in die Bundesrepublik gekommen, egal ob sie das wollten oder nicht. Der aufmüpfige Bürger wurde zum verlässlichen Exportschlager.
tina-pickert

Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.

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