Das Rätsel des Augapfels: Der Comic "Die Hure H" wird fortgesetzt

Die Hure H: Um ihre Figur kreisen die Bücher, die die Schriftstellerin Katrin de Vries und die Zeichnerin Anke Feuchtenberger zusammen produziert haben; dieses ist das vierte. Aber vielleicht sollte man die Hure H nicht als eine Figur bezeichnen, wozu ja ein gewisser unveränderlicher Grundbestand erforderlich wäre. Sie hat sich, seit de Vries sie erfand und Feuchtenberger ihr sichtbare Gestalt gab, bis zur Unkenntlichkeit verwandelt. Nicht einmal einen Namen hat sie, das H klingt bloß als das Echo der Hure nach; und Hure, das meint kein Berufsbild und schon gar keine Beleidigung, sondern es ist etwas wie ein Kind, ein unabgeschlossenes, überaus bildsames Dasein, jenseits der Bedingtheit des Persönlich-Biographischen. Damals, am Anfang, war sie von kindlichem, fast fötalem Habitus, mit großem Kopf, kleinen Gliedern und ohne Haar, unerfahren in der Welt und erstaunt über das, was sich in der Zone des Geschlechtlichen begab.
dana-brueller

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