Des Heringhändlers Kontinent: Vor 500 Jahren gab ein Freiburger Kartograph der Neuen Welt ihren Namen

Über kaum etwas empören sich Gelehrte seit fünf Jahrhunderten lustvoller, als über den Namen "Amerika". Die Wurzeln ihres Unmuts liegen im Jahr 1507. Damals berieten Kartographen und Gelehrte über den künftigen Namen des Kontinents, den Christoph Kolumbus einige Jahre zuvor für die spanische Krone entdeckt hatte. Schließlich trug der Freiburger Kartograph Martin Waldseemüller den Namen "America" auf seiner berühmten und viel kopierten Weltkarte ein, um damit den italienischen Kaufmann und Seefahrer Amerigo Vespucci zu ehren. Anders als Christoph Kolumbus war Vespucci jedoch vor allem in Florentiner Handelshäusern und nicht auf spanischen Karavellen zu Hause. Eigentlich, so schimpfte bereits wenige Jahre später Bartolomé de las Casas, erster Bischof der Neuen Welt, müsse der Kontinent "Columbia" heißen, gebühre doch Kolumbus die Ehre des Entdeckers.
dana-brueller

Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.

  • teilen
  • schließen