Die Nichteinverstandenen: Die Rückkehr der russischen Dissidentenkultur

Verhaltens- und Denkmuster, die für die politische Kultur der Sowjetgesellschaft und der kommunistischen Führung typisch waren, feiern am Ende der Amtszeit Wladimir Putins eine machtvolle Wiederkehr. Dies zeigt sich an der wachsenden Schar von Dissidenten, an der Tendenz zur erneuten Bildung eines Einparteienstaats, an der immer schärferen antiwestlichen politischen Rhetorik zusammen mit der schon hysterischen Beschwörung, Russland werde von inneren wie von äußeren Feinden bedroht. Schließlich ist da noch ein erstarkender Personen- und Führerkult um Präsident Putin, der den Ehrbezeugungen gegenüber Generalsekretären der KPdSU wenig nachsteht. All diese Phänomene hängen eng miteinander und überhaupt mit den Konvulsionen des Systems Putin am Vorabend der Stabübergabe im Präsidentenamt zusammen. Sie machen im übrigen deutlich, wie zählebig die politische Kultur des sowjetischen Obrigkeitsstaates geblieben ist.
dana-brueller

Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.

  • teilen
  • schließen