Egal wie raffiniert technische Produkte sind, ihren Erfolg bestimmt die Bedienbarkeit

"Die dramatischsten Szenen", sagt Tim Bosenick, "spielen sich hinter dem Spiegel ab". Die halbdurchlässige Scheibe meint er, hinter der Ingenieure mit steigendem Blutdruck verfolgen, wie normale Menschen einfach nicht kapieren, wo sie bei einem neu entworfenen Gerät die richtigen Knöpfe finden. "Manch einer würde am liebsten laut rufen ,nun drück schon‘!" Bosenick ist Geschäftsführer der Beratungsfirma Sirvaluse. Unzählige Male schon hat er solche Szenen im "Usability Lab" erlebt, Räumen, in denen Testpersonen genauestens dabei beobachtet werden, wie sie Geräte bedienen oder mit einer Shopping-Seite im Internet zurechtkommen. Egal wie schlecht der Test auch verläuft, einen Fehler haben die Firmen immerhin schon vermieden, die ihn absolvieren: "Bei der Industrie ist es noch nicht so richtig ins Bewusstsein eingesickert, wie wichtig die Bedienbarkeit ist", sagt Andreas Butz, Professor für Medieninformatik an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU). "Da schaut kein normaler Menschen mehr drauf, bis das Gerät im Regal steht."
peter-wagner

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