Ermordeter Fotograf in Birma: Nomade auf Wahrheitssuche

Einer müsse ja dorthin gehen, wo keiner hingehen wolle, soll Kenji Nagai einmal gesagt haben. Der 50-jährige Video-Journalist, der in Birma bei einer Demonstration umkam, war in Afghanistan, im Irak, in den Palästinensergebieten und Kambodscha gewesen. Er brachte stets Bilder zurück, wie sie die großen TV-Sender erst zeigen, nachdem sie gewarnt haben, die folgenden Aufnahmen seien unschön. Verstümmelte Kindergesichter in einem Krankenhaus in Bagdad etwa. Ganz allein, mit einer Videokamera, reiste Nagai dorthin, wo die Macht die kleinen Leute misshandelte - und die großen japanischen Medienhäuser lieber nicht genau hinschauen, sie wollen ihren Zuschauer ja nicht die Laune verderben.
nina-heinrich

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