Feiern in der Seifenblase: Im Nachtleben von Tel Aviv kann man viel über die Gegensätze der Stadt lernen

Ich geb's zu, ich bin ein Bubble Boy", sagt Omer Gerschon und rückt seine Kappe mit dem aufgestickten Totenkopf zurecht. "Niemals würde ich wegziehen, weil sich nirgendwo anders im Land die politischen Konflikte und die Terrorangst so leicht vergessen lassen wie hier in Tel Aviv." Das mag eskapistisch sein, gibt Gerschon zu, aber er fasst noch mal zusammen: "Wenn ich sterbe, sterbe ich. Aber dann hatte ich wenigstens Spaß." Dann prostet er seinen Gästen mit einer Red-Bull-Dose zu, dem Alkohol hat er nämlich abgeschworen. Anders würde er seinen Job wahrscheinlich nicht durchhalten. "Le chaim!" - "Aufs Leben". Schon seit 18 Jahren arbeitet der Mittdreißiger im Nachtleben - sein jetziger Job als PR-Mann für vier Bars und Clubs am Hafen, in Tel Avivs edelstem Ausgehviertel, scheint wie für ihn gemacht zu sein.
dana-brueller

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