Freispruch durch Zufall: Foto entlastet Demonstranten

Wenn drei Polizisten bezeugen, sie hätten einen Demonstranten festgenommen, weil dieser sich gesetzeswidrig vermummt habe, der Mann habe sich darüber hinaus mit gezielten Fußtritten gegen die Beine eines der Beamten zur Wehr gesetzt, weshalb man ihn mit einem Faustschlag habe zur Räson bringen müssen - dann hat der Angeklagte in der Regel keine Chance. Er kann beteuern, so viel er will, er sei gar nicht vermummt gewesen, er kann auf seine ärztlich festgestellten Verletzungen verweisen, die mit einem einzigen Faustschlag nur schwer in Einklang zu bringen sind - gegen die Aussagen von drei Polizisten ist vor Gericht kein Kraut gewachsen. Felix K., mittlerweile 20 Jahre alt, hat das erleben müssen, und es hat sein, zugegebenerweise schon vorher nicht sehr ausgeprägtes Vertrauen in die Obrigkeit und den Rechtsstaat nicht eben gefördert.
nina-heinrich

Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.

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