Glaube und Karikaturenstreit: Ein Buch über Bilder im Islam

Die Gretchenfrage lautet im Islam derzeit: Wie hast du's mit der Bildlichkeit? Wenn man die Sachlagen gegeneinander hält, schwirrt einem der Kopf: Auf der einen Seite ein bilderstürmender, von fanatischen Demagogen aufgewiegelter und vor allen Kameras posierender Mob; auf der anderen: der Louvre demnächst in Abu Dhabi. Auf der einen Seite die Zerstörung der Buddhas von Bamian, auf der anderen: die Tatsache, dass sich tausend Jahre lang in dieser Kernregion des Islam offenbar niemand daran gestört hat. Auf der einen Seite die feste Überzeugung vieler Muslime, Mohammed dürfe nicht gezeichnet werden und sei auch nie von Muslimen gezeichnet worden. Auf der anderen: der Gegenbeweis in den berauschenden Ausstellungen islamischer Miniaturmalerei in den letzten Jahren, etwa "Hunt for Paradise - Court Arts of Safavid Iran" am Asia Society Museum in New York oder "The Legacy of Genghis Khan” am Metropolitan Museum.
nina-heinrich

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