Hrant Dink: Die Witwe des türkisch-armenischen Autors gibt den Behörden Mitschuld am Tod ihres Mannes

In Istanbul stehen seit Montag die Mörder des Journalisten Hrant Dink vor Gericht. Dink war der Herausgeber der türkisch-armenischen Wochenzeitung "Agos". Er war am 19. Januar erschossen worden - von einem 17-jährigen Türken; die Tat hatten offensichtlich nationalistische Hintermänner mit Verbindungen auch in Behörden hinein geplant. Für sie war Dink ein Hassobjekt, weil er das Tabu um die türkischen Massaker an den Armeniern 1915/16 durchbrochen hatte. Folgendes ist der Antrag, den Hrant Dinks Witwe Rakel Dink im Gericht einbrachte. Beim Gang in den Gerichtssaal drehte sich Fuat Turgut, der Anwalt eines der Angeklagten, zu Rakel Dink und rief ihr zu: "Armenier seid Ihr. Ihr habt alle armenische Pässe. Es gibt viel zu viele Armenier hier."
armin-wolf

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