Italien sehen oder sterben: Junge Ägypter riskieren alles, um ins "gelobte Land" zu kommen

Wenn Mohammed al-Khatib aus seinem Zimmer tritt mit dem gestampften Lehmboden, den Büchern und dem alten Computer auf dem wackligen Tisch, steht er im Hof des Hauses seines Vaters. Links liegt der Stall mit dem Vieh, rechts ragt der kleine tönerne Speicher für das Getreide auf, daneben führt die Treppe steil hinauf aufs flache Dach. Der Literaturdozent al-Khatib steigt gerne auf das Dach des 100 Jahre alten Bauernhauses: Es hat sich nicht viel geändert in diesem Haus, und vom Dach aus sieht er über das ganze Dorf Shidmoh. Besser gesagt - er sah über das Dorf. Neuerdings sieht er auf der einen Seite nur noch Beton und Klinkerstein. Steil wie eine Felswand erhebt sich eine Fassade direkt vor seinem Haus. Fünf Stockwerke hoch, auf jedem Stock dreifach geschwungene Balkone. Al-Khatib schüttelt den Kopf und sagt: "Diese Italiener denken nur noch ans Geld. Immer größere Häuser, neue Autos, teure Fernseher."
dana-brueller

Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.

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