Kommentar: Politik und Krankheit

Seitdem Matthias Platzeck seine Gründe für den Rücktritt vom Amt des SPD-Parteivorsitzenden bekannt gab, verharrt die politische Klasse wieder einmal für ein paar Tage im Zustand der demonstrativen Selbstbesinnung. Platzeck hat öffentlich gemacht, dass seine Physis und Psyche der doppelten Belastung als Parteichef und Ministerpräsident nicht gewachsen sind. Sogar in der Bild-Zeitung war die Schlagzeile zu lesen: "Macht Politik krank?", was moralisch ungefähr so ernst zu nehmen ist, wie wenn der Vorsitzende der Metzgerinnung die Frage aufwirft, ob der Bolzenschussapparat den Schweinen schadet.
christoph-koch

Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.

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