Schöne Unbekannte: Ostdeutsche Reiseziele werden schlecht vermarktet

"Mitten in der entstehenden Lausitzer Seelandschaft, direkt am zukünftigen Ilsesee erwartet Sie das elegante Seehotel Großräschen." So wird man auf der Internetseite des Hotels, das eine halbe Stunde nördlich von Dresden liegt, begrüßt. Es braucht schon ein gewisses Maß an schildbürgerlicher Kühnheit, ein Seehotel zu eröffnen, wo noch gar kein See ist. Wasser sieht man vom Balkon des ehemaligen Ledigenwohnheims der Braunkohle-Bergbauarbeiter nämlich nur in ziemlich weiter Ferne. Denn bis die Kohlegrube komplett geflutetet ist, dauert es noch elf Jahre. Dennoch, glaubt man der Hoteldirektorin, ist ihr Haus jetzt schon gut belegt, die Gäste kommen vor allem von umliegenden Firmen oder von der internationalen Bauausstellung und finden nichts dabei, vom Hotel aus in das schrundige Bergbauloch zu blicken. In Zukunft will man auch um Radtouristen und Busurlauber werben.
dana-brueller

Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.

  • teilen
  • schließen