Wo sitzt das "Ich"?

Als im Juni die "Nierenspende-Show" im niederländischen Fernsehen lief, waren die Reaktionen gespalten: Ob man mit einer Sensationsnummer Quote machen und gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf ein lebensbedrohliches Problem lenken darf, ist schwer zu entscheiden. Medienwechsel: Auch Sabine Grubers Roman "Über Nacht" dreht sich um eine gespendete Niere, um einen abgeschnittenen und einen neu geknüpften Lebensfaden. Aber im Unterschied zur medialen Direktansprache setzt der Roman nicht auf die Selbsterfahrungs- oder Betroffenheitskarte, sondern seziert Körperbilder. Er beobachtet, wie sehr wir am Ideal einer organischen Ganzheit hängen, wie fest uns der Traum von der unversehrten sterblichen Hülle im Griff hat.
nina-heinrich

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