Wer die Gema dumm findet, klaut der Klofrau auch Geld vom Teller!

Oder? Die Tagesfrage zum Rechtsstreit Youtube vs. Gema.
Collage: Daniela Rudolf

Wenn man mich jetzt privat fragen würde: Wer die Gema dumm findet, der klaut der Klofrau auch zehn Cent vom Teller und zwar mit dem Argument, dass Pissen ja wohl ein Grundrecht sei. Während die Klofrau gerade nass durchwischt und nicht hinschaut, versteht sich. Um sich beim Klauen beobachten zu lassen, dafür ist diesen Menschen ihr Argument dann ja doch nicht stark genug.

Nun bin ich hier nicht privat, müsste also eine differenziertere Meinung haben. Darüber, wie die Gema mit den Geldern ihrer Mitglieder umgeht zum Beispiel. Über die Frage, wie sie die Einnahmen unter den Künstlern verteilt. Und ob sie dabei etwa E- gegenüber U-Musik bevorzugt. Und bekannte Künstler gegenüber kleinen. Und ob sie zu viel Geld eintreibt.

Ich müsste wohl auch den Streit Gema vs. Youtube differenziert sehen. Das Oberlandesgericht München hat da schließlich gerade eine Klage des Musikrechteverwerters zurückgewiesen. In zweiter Instanz schon. Argument: Youtube müsse für die Musikvideos nichts an die Gema zahlen, weil die Nutzer und nicht die Plattform für die Veröffentlichung verantwortlich seien. Youtube stelle lediglich "Werkzeuge" bereit.

Aber ich mag nicht. Mir geht es hier jetzt nicht um technische Fragen nach Legalität. Mir geht es um das ganz grundsätzliche Gefühl, das in dem Streit drinsteckt. Ich halte Menschen, die kostenlos Musik hören wollen, für geizige, piefige, kunstfeindliche, respektlose, grundegoistische Vollpfosten. Und ihren Hass auf die Gema für (bewusst) uninformiertes Dumpfbackentum. Oder Heuchelei. Wer die Gema basht, will in aller Regel nur ein Feindbild haben, um sich nicht damit auseinandersetzen zu müssen, dass er Künstler beklaut. Punkt.

Oder siehst du das anders? Dann diskutier es mit uns unten in den Kommentaren.

Gerne in differenziert. Meinetwegen aber auch mit Schmackes. Und bitte…

Jakob Biazza

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