Indien führt Panic Button ein

Auf allen Handys. Um Frauen zu schützen.
cover panikknopf
Illustration: Katharina Bitzl

337.922 Anzeigen wegen Gewalt gegen Frauen (Vergewaltigungen, Belästigungen und Entführungen) gab es in Indien im Jahr 2014. Tendenz: steigend. Und mit einer Dunkelziffer, die weit höher liegen dürfte, als die Behörden es schätzen können. Was es in Indien nicht gibt: eine zentrale Notrufnummer. Keine 110, keine 911. In einem Land, in dem mehr als eine Milliarde Menschen leben. Und in dem es immer wieder Berichte über Gruppenvergewaltigungen gibt. Dass die Behörden etwas dagegen tun müssen, haben sie inzwischen gemerkt.

Das Ministerium für Telekommunikation hat nun beschlossen, dass alle Mobilfunktelefone, die ab dem Jahr 2017 in Indien verkauft werden, einen Panik-Knopf haben müssen. Als Teil einer Kampagne, die die Sicherheit von Frauen erhöhen soll. Ab 2018 sollen alle mobilen Telefone GPS Navigationssysteme enthalten. Wie das System genau funktionieren soll, weiß man allerdings noch nicht. Vermutlich können Kunden aber Notdienste alarmieren, indem sie entweder einen eigens dafür eingebauten Knopf drücken – oder, bei Smartphones, den Power-Knopf mehrmals hintereinander.

Ravi Shankar Prasad, der Minister für Kommunikation und Informationstechnologie, sagte der bbc: "Technik ist alleine dafür da, das menschliche Leben zu verbessern und was wäre besser, als sie für die Sicherheit von Frauen zu nutzen." 

Noch in diesem Jahr soll es dann auch eine zentrale Notrufnummer geben.

max

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