Myspace filzt sein Netzwerk jetzt gezielt nach Sexverbrechern

Wie sich MySpace mit Hilfe einer Kriminaldatenbank Sextäter vom Leibe halten will und wie die digitale Vermessung der Welt voran schreitet: sehr klickenswerte Neuigkeiten aus der Netzwelt
stefan-biro

[b]Spielt jetzt auch eine wichtige Rolle in der Kartografie: das Web 2.0[/b] Im traditionellen Webwesen avancierte die Software „Google Earth“ schnell zum Favoriten von Geografen und Voyeuren. Nun beweist uns woophy.com (World of Photography), eine brandneue Website aus den Niederlanden, dass der Open-Source-Hype auch die Kartenzeichnerei erfasst hat. Für woophy.com knipsen Amateur-Fotografen, was ihnen in ihrer Umgebung dokumentierenswert erscheint. Die Betreiber der Seite sorgen dafür, dass der digitale Exhibitionismus der User nicht ins Chaos mündet. Das Ziel ist nämlich kein Fototerror der Marke Bild-Leser-Reporter, sondern kritischer Fotojournalismus.

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Illustration: Julia Schubert

Umweltverschmutzung, wie sie auf woophy.com zu sehen ist Monat für Monat wird ein Thema vorgegeben, das es fotografisch zu bearbeiten gilt. Im Februar war das zum Beispiel Umweltverschmutzung. Gewonnen hat damals der User „Rikus“ mit seinem Stillleben mit rostigen Ölfässern in der Antarktis (siehe Foto). Mit momentan 191.158 Bildern (Stand 6. Dezember) ist woophy.com in den Ballungsräumen des Web 2.0. schon relativ stark verbreitet, auch wenn ein detailgetreues Abbild von Mutter Erde in weiter Ferne liegt.

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Illustration: Julia Schubert

Der Atlas der woophy.com-Nutzung. Preiswerte Digitalkameras sowie immer schnellere und günstigere Internetverbindungen führen aber dazu, dass es erstens plötzlich Fotos von allem und jedem gibt, und dass diese zweitens auch online gestellt werden. So erhofft man sich bei woophy.com dann auch, irgend wann „jeden Quadratmeter der Welt mit Fotos erfassen zu können“. +++ [b]Spielkonsole als Projektil[/b] Ab Freitag ist die von der Gamer-Comunity nägelkauend herbeigesehnte Wii-Konsole von Nintendo in Deutschland erhältlich. Das Bedienkonzept haben wir schon eingehend beschrieben, als die Wii im Mai auf der Spielemesse E3 in L.A. vorgestellt wurde. Als neuartig an dem Gerät gilt, dass die Spieler über eine Fernbedienung mit der Konsole interagieren. Mit ihren sensiblen Sensoren registriert die Fernbedienung die Körperbewegungen der Spieler, die auf dem Bildschirm nachvollzogen werden.

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Illustration: Julia Schubert

Wii hat den Einschlag tatsächlich überlebt. Wenn es sich um entsprechend dynamische Bewegungen handelt, wie etwa bei der Simulation von Tennisaufschlägen, dann kann die Wii-Fernbedienung allerdings zum unkontrollierbaren Fluggeschoss werden - das zeigen Fotos, die zur Zeit im Internet kursieren. Ein Sicherheitsband soll die Fernbedienung zwar beim Herumschleudern der Extremitäten an diesen fixieren, das funktioniert aber offenbar nicht immer. Was dann alles passieren kann, seht ihr hier.

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Illustration: Julia Schubert

Sicherheitshinweis in der Gebrauchsanweisung für Japan. Weitere unverzichtbare Tipps zur Wii-Bedienung hier. +++ [b]Myspace jagt Sextäter in den USA[/b] Ein ungutes Gefühl beschleicht die Betreiber von myspace.com bei der Vorstellung, dass Sexualstraftäter das Myspace-Netzwerk benutzen könnten, um nach neuen Opfern zu angeln. Gar nicht so unrealistisch, diese Vorstellung: Im Oktober hatte ein Hacker und Journalist 100 Millionen Profile nach den Namen von verurteilten Sexualstraftätern durchforstet und war in einem Fall fündig geworden. Jetzt will Myspace das Problem systematisch angehen. Gemeinsam mit der Datenbankfirma Sentinel wurde eine Technologie entwickelt, die in Echtzeit alle aufgrund der US-Gesetzgebung öffentlich verfügbaren Informationen über circa 550.000 registrierte Sexualverbrecher mit den Profilen der Myspace-User vergleicht, und dann die schwarzen Schafe herausfiltert. Nach dem Willen der Myspace-Macher soll es bald eine nationale Datenbank mit den E-Mail-Adressen aller Sextäter geben. Sollten die sich dann unter einer registrierten Adresse im Netzwerk anmelden, würden sie sofort gesperrt und hätten unter Umständen mit juristischen Konsequenzen zu rechnen, etwa wenn sie mit dem Versuch der Cyber-Kontaktaufnahme ihre Bewährungsauflagen verletzen würden.

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