50 Euro Bußgeld für Schulschwänzer

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Angestrichen: „Ich will den Kinder nicht ihr Taschengeld wegnehmen, sondern sozial verantwortliches Handeln beibringen.“ Wo steht das denn? In der Berichterstattung zum neuen Schulgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen. Wer hat das gesagt? Ursula Doppmeier, Bildungsexpertin und Abgeordnete der CDU, Regierungspartei in Nordrhein-Westfalen. Sie regte eine Geldstrafe für Schulschwänzer an. Das Schulministerium prüfte Doppmeiers Idee und befand sie für gut: Vom neuen Schuljahr an sollen strafmündige Schüler ab 14 Jahren mit 50 Euro zur Kasse gebeten werden, wenn sie Schule schwänzen. Die Entscheidung über die Verhängung eines Bußgeldes sollen die Schulkonferenzen der Schulen treffen, heißt es im Schulministerium. Zahlen die betroffenen Schüler nicht, kann ein Jugendrichter auf Ableistung von Sozialstunden entscheiden.

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Illustration: Julia Schubert

Schule ist auch in Nordrhein-Westfalen umsonst. Nicht-Schule bald nicht mehr. (Foto: dpa) Wie sehen die Reaktionen aus? Andrej Priboschek ist Sprecher des Schulministeriums und sagt: „Jugendliche verfügen ja nicht über wenig Geld.“ Barbara Sommer, CDU, ist die Schulministerin und sagt, Lehrer bräuchten ein „schärferes Instrument als Tadel und Schulverweise“. SPD und Grüne im NRW-Landtag sagen, die Regierung solle sich besser um die Ursachen der Schulverweigerung kümmern. Udo Beckmann ist Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung und sagt: „Bei Jugendlichen, die aus dem Gefühl heraus die Schule schwänzen, dass sie ihren Eltern bzw der Gesellschaft ohnehin gleichgültig sind, wird die abschreckende Wirkung kaum eintreten.“ Beckmann plädiert für "Prävention statt Sanktion" und verweist auf ein beispielhaftes Projekt in Bielefeld, wo Polizei und Ordnungsamt junge Schulschwänzer aufspüren und zur Schule bringen.

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