Aufgepasst, meine Damen: Hier kommt AnonyMiss!

Der Netzprotest erkennt seine weibliche Seite und belegt: Der bisher gesichtslose Widerstand ist sehr männlich dominiert.
dirk-vongehlen

Angestrichen:
You want to prove that women are more courageous than men.
And you love the Internet.
We need you.

Wo steht das denn?
In diesem Aufruf auf der Anonymous-Nachrichtenseite AnonNews. Hier versammeln sich Meldungen aus dem rund um Wikileaks bekannt gewordenen Anonymous-Netzwerk. Dieses oft als eine Sammlung junger Script-Kiddies beschriebene lose Bündnis wird jetzt durch eine Bewegung erweitert, die sich den Titel AnonyMiss gegeben hat. Damit spielen die Erfinderinnen auf die weibliche Seite des Netzprotests an. Nicht nur Jungs setzen sich für Julian Assange und Bradley Manning ein.




In einem Interview auf BoingBoing erklärt Emma_A, dass sie sich im eher männlich dominierten Umfeld der Anons für die Gleichberechtigung von Mann und Frau einsetzen will. Ihr geht es um die Rechte der Frauen im digitalen Raum. Diese will sie verteidigen - auch gegen die Widerstände in der Gruppe der Anons.

Interessant an dieser Mitte März gestarteten Idee ist darüber hinaus dies: Obwohl die Bewegung bisher gesichts- und geschlechtslos bleiben wollte (und gerade vor der Gefahr steht, enttarnt zu werden), bediente sie sich - vielleicht unbewusst - männlichen Mechnanismen, die von der Diskussionskultur bis zur Guy Fawkes-Maske reichten. Mit engagierten Frauen wie Emma_A könnte sich das nun ändern.

Mehr zum Thema auf jetzt.de: Das ABC zum digitalen Protest, die Operation Bling sowie ein Fall für Zwei zu Hacktisvism und Slacktivism sowie ein Interview mit zwei Anons.




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