Besser als Wikileaks?

Seit ein paar Tagen ist Openleaks.org online. Geschaffen haben die Plattform ehemalige Mitarbeiter von Wikileaks, die manches besser machen wollen
philipp-mattheis

Angestrichen:
Over the past couple of decades, the World Wide Web has grown enormously. Along with becoming the most popular method of communication, it has inevitably also become a convenient place for monitoring the actions and behaviors of the public and of individuals. When you bring this into the context of whistleblowing - and in particular, high-profile whistleblowing cases - one can understand why people may get nervous about disseminating any information through this medium. However, assuming one employs the correct methods, these new communications technologies become a boon for whistleblowing instead of a minefield. It is crucial to get the method right, and that is where we come in. (...)  

Wo steht das denn?
Auf der neuen Whistleblower-Plattform openleaks.org          

Seit 26. Januar ist die Seite OpenLeaks online. Die Plattform soll so etwas wie das bessere Wikileaks sein. Im Gegensatz zu Wikileaks soll Openleaks keine exklusiven Medienpartnerschaften mehr unterhalten. Die veröffentlichten Dokumente werden vorab technisch auf ihre Echtheit geprüft und so verarbeitet, dass die Quelle nicht mehr identifizierbar ist. Dann aber wandern die Informationen in eine Art „toter Briefkasten“, die wiederum bei Medien oder NGOs stehen. Der Whistleblower entscheidet selbst, wem er die Informationen zuspielen möchte. Werden die Informationen vom Empfänger nicht veröffentlich, stellt Openleaks nach Ablauf einer Art Sperrfrist die Texte selbst online. Die Köpfe hinter Openleaks verurteilen die Hetzjagd auf Wikileaks-Frontman Julian Assange. Sie selbst betonen aber, sich mehr im Hintergrund halten zu wollen, als dies in der Vergangenheit vielleicht Assange getan hat.

Trotzdem kommt man nicht umhin, über sie zu sprechen. Denn bei zweien handelt es sich um Wikileaks-Renegaten: Zum einen ist da der Wikileaks-Mitgründer Herbert Snorrason. Der 26-jährige Isländer verließ Wikileaks im vergangenen Jahr wegen eines Streits mit Julian Assange. Auch der deutsche Informatiker Daniel Domscheidt-Berg war einst Sprecher von Wikileaks und verließ die Plattform, weil er mit dessen autoritären Führungs- und Arbeitsstil nicht zurecht kam. Domscheidt-Berg kritisierte die fehlende Transparenz und hierarchische Struktur von Wikileaks, für die die Plattform ja eigentlich einstehe. "Wikileaks ist ein unkontrollierbares politisches Instrument geworden, das nur Julian Assange selbst kontrolliert", sagte er in einem Interview mit dctp.tv. Openleaks soll durch seine besondere Struktur die Fehler von Wikileaks nun vermeiden.

http://vimeo.com/17850593

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