Briefpost

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Verlag Kein&Aber angestrichen: Lieber Herr Fölster: Wenn Sie glauben, ich würde mich bei einer Weihnachtsfeier der Firma McKinsey gegen Geld zum Affen machen wollen, habe ich in meinem Leben gründlich etwas falsch gemacht. Die Firma McKinsey möge sich bitte freundlichst und gründlichst gehackt legen. Mit freundlichen Grüßen, Harry Rowohlt Wo steht das denn? In einem Brief, den der famose Harry Rowohlt im Oktober 2004 an Christian Fölster, Mitarbeiter von McKinsey&Company geschrieben hat. Nachlesen kann man diesen Brief auf Seite 442 des schönen Buchs „Der Kampf geht weiter“, das bereits vor einen paar Wochen erschienen, aber trotzdem noch sehr immer lesenswert ist. Zum einen huldigt der Autor und Übersetzer Rowohlt mit dem Buch dem Genre des echten Briefes. Das Buch besteht nämlich ausschließlich aus Post – aus „nicht weggeschmissenen Briefen“, wie die Unterzeile erklärt. Zum anderen geben diese Briefe einen schönen Einblick in den Alltag des Harry R. Da gibt es Korrespondenzen mit Autoren, die Rowohlt übersetzt, mit Lesern, mit Journalisten und eben mit Menschen, die ihn zu Betriebsweihnachtsfeiern einladen wollen. Steht im Bücherregal zwischen: Steht gar nicht im Regal, sondern liegt auf dem Klo. Dieses Buch sollte man immer wieder zur Hand nehmen, um immer wieder eine tolle kleine Geschichte zu entdecken. Harry Rowohlt: „Der Kampf geht weiter – nicht weggeschmissene Briefe“, erschienen im Verlag „Kein&Aber“. 452 Seiten. 22 Euro 80.

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