Die Anti-College-Bewegung

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Yet despite the mounting skepticism about the value of a college degree, and in the face of the economic downturn, colleges continue to demand ever higher fees, saddling graduates with crushing debt along with their diplomas. In June of last year the Federal Reserve released new figures showing that the nation's total student loan debt now sits at about $830 billion - for the first time surpassing the nation's credit card debt.

Wo steht das denn?
Im Magazin "The Atlantic".

Und was heißt das?
Bildung ist die beste Investition. Wer eine gute Ausbildung hat, wird später in seinem Job erfolgreich sein und viel Geld verdienen. Wofür, wenn nicht für ein Studium, sollte man Schulden machen? Schon aus ökonomischer Sicht lohnt es sich für Eltern, aber auch für Banken, junge Studenten finanziell zu unterstützen – Bildung ist das am besten verzinste Kapital. Doch genau dieses Dogma wird in den USA gerade angezweifelt. Mehr und mehr Experten, Professoren und Studenten stellen sich die Frage: Lohnt sich ein Studium tatsächlich?

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Illustration: Julia Schubert

Wer hier in Princeton studieren will, sollte 200.000 Dollar für vier Jahre haben.

Mit den deutschen Studiengebühren sind die Kosten, auf einem amerikanischen College zu studieren, nicht zu vergleichen: Auf 50.000 Dollar belaufen sich die Gebühren an der Elite-Uni Princeton – im Jahr. Viele staatliche Universitäten verlangen weitaus weniger, aber fast überall liegen die jährlichen Gebühren im fünfstelligen Bereich. Viele Studienabgänger haben nach ihrem Abschluss Schulden von 100.000 US-Dollar und mehr. Weil es sich nur wenige amerikanische Familien leisten können, das Studium ihrer Kinder zu finanzieren, bieten amerikanische Banken Ausbildungskredite an. Deren Volumen überschreitet mittlerweile die Summe der Kreditkartenschulden aller Amerikaner. Amerikanische Studenten stehen mit 830 Milliarden US-Dollar in der Kreide.

Unter normalen wirtschaftlichen Bedingungen können diese Schulden zurückgezahlt werden, wenn der Student eine gut bezahlte Stelle gefunden hat. Doch seit der Finanzkrise gelingt es längst nicht mehr allen College-Absolventen, einen Job zu finden. Die Arbeitslosenquote von Universitätsabgängern liegt momentan bei knapp fünf Prozent. Gleichzeitig haben viele Universitäten in den letzten Jahren ihre Gebühren erhöht. Immer öfter wird deswegen in den USA von der „Anti-College"-Bewegung gesprochen. „College ist überbewertet", sagt James Altucher in einem Artikel in der Washington Post. Altucher hat selbst eine „Ivy-Leage"-Uni besucht und ist heute Chef eines Hedge Funds. Aber jetzt kann er sich vorstellen, dass es gar nicht so schlecht sein muss, wenn seine eigenen Kinder das College links liegen lassen und gleich ins Leben starten. „Ich will meine beiden Töchter dazu ermutigen, ihren Traum zu verfolgen. Reisen, etwas Kreatives machen oder eine eigene Firma gründen. Egal, ob sie damit erfolgreich sind oder nicht – es ist eine interessante Lebenserfahrung. Sie werden viele Leute kennenlernen und mit Geld umgehen lernen."

Gerade amerikanische Lebensläufe zeigen, dass Erfolg nicht unbedingt einen Uni-Abschluss benötigt. Zu prominenten Studienabbrechern zählen unter anderen: Steve Jobs, Bill Gates und Michael Dell. Gut möglich, dass die Anti-College-Bewegung noch mehr Anhänger findet.


Text: maria-freilich - Foto: wikipedia

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