Die Bürde des Hipster

Die Modemarke American Apparel wurde gerade einmal wieder knapp vor der Pleite gerettet.
philipp-mattheis

Angestrichen: Clothing maker American Apparel Inc (APP.A) has struck a deal with creditors and secured a high-profile billionaire investor, dodging a potential breach of debt covenants and sending its shares up 7 percent Wo steht das denn? In einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters Hipstersein ist nicht leicht. Die Mode ändert sich schnell und was gestern in war, will heute niemand mehr (zum Beispiel T-Shirts mit V-Ausschnitt). Noch schwerer haben es Firmen, die für Hipster produzieren. American Apparel zumindest steckt in Schwierigkeiten (und dieses Mal liegt es nicht an sexuellen Übergriffen des Chefs). Nachdem die Modefirma in letzter Zeit für ihre schlechten Arbeitsbedingungen in der Kritik gestanden war (jetzt.de berichtete), dürfte sich Gründer und Chef Dov Charney jetzt vor allem und die wirtschaftliche Zukunft Sorgen machen müssen. Vor einigen Tagen machten Gerüchte über die Insolvenz der Hipster-Marke die Runde. Die ist vorerst einmal abgewendet, nachdem am vergangenen Donnerstag der Milliardär Ron Burkle 4,3 Millionen Aktien für circa sechs Millionen Dollar gekauft hatte und sich der Zinssatz für Schulden von 15 auf 17 Prozent erhöht hatte. Trotzdem steht die Zukunft von American Apparel auf wackligen Beinen: Die Aktie steht momentan bei etwa 1,50 Dollar - vor zwei Jahren waren es noch 15 Dollar. Im letzten Quartal machte die Firma einen Verlust von 17,6 Millionen Dollar. Insgesamt steht die Firma mit 90 Millionen US-Dollar in der Kreide. Außerdem wurde von der Börsenaufsicht bemängelt, dass der Quartalsbericht viel zu spät veröffentlich worden sei.

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Illustration: Julia Schubert

Vielleicht krankt American Apparel an seiner Überexpansion: Mehr als 10.000 Mitarbeiter beschäftigt die Firma in 260 Läden in 19 Ländern (alleine drei davon übrigens in München). Kaum ein Modeblog oder Magazin kommt ohne groflächige Anzeigen der Marke aus. Das Konzept, einfache Modelle in verschiedenen Farben anzubieten, wurde aufgegeben zugunsten extravaganterer Modelle, um die Hipster bei der Stange zu halten. Aber wenn alle Hipster sind, ist Hipstersein eben nicht mehr cool.

Text: philipp-mattheis - Foto: Reuters

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