Ein dummer Krieg

Angestrichen: For misleading the American people, and launching the most foolish war since Emperor Augustus in 9 B.
roland-schulz

Angestrichen: For misleading the American people, and launching the most foolish war since Emperor Augustus in 9 B.C. sent his legions into Germany and lost them, Bush deserves to be impeached and, once he has been removed from office, put on trial along with the rest of the president's men. If convicted, they'll have plenty of time to mull over their sins. Wo steht das denn: In einem vernichtenden Artikel von – nein, nicht Michael Moore. Es war auch kein anderer der allseits bekannten Kritiker von Präsident George W. Bush, der hier so deutlich zum Ausdruck bringt, der Irak-Krieg sei der dümmste Krieg seitdem Kaiser Augustus seine Legionen nach Germanien und damit in den Untergang geschickt hat. Es war vielmehr einer der respektiertesten Militärhistoriker der Welt: Martin van Creveld. Der Professor für Militärgeschichte an der Hebrew University in Jerusalem hat in einem kurzen, aber knackigen Artikel in der amerikanischen Wochenzeitung „Forward“ eine Generalabrechnung mit dem Irakkrieg abgeliefert – er prophezeit der amerikanischen Armee darin einen kostspieligen Rückzug aus einem Krieg, der nichts anderes als eine Dummheit gewesen sei. Vordergründig beschäftigt sich van Crevelds Artikel mit der Frage, wie bald und zu welchem Preis sich die Vereinigten Staaten aus dem Irak zurückziehen werden. Dass sie sich über kurz oder lang zurückziehen werden, ist für den Militärhistoriker keine Frage. „Was kommen musste, ist so gekommen“, schreibt er über die Situation im Irak. Die offensichtliche Parallele zum Irak-Krieg sei der Vietnamkrieg: die Truppen zunehmend demoralisiert, der Rückhalt Zuhause schwindend, eine stärker werdende innenpolitische Opposition und keine Perspektive auf einen Sieg. Die einzige Option könne nur ein Rückzug sein, schreibt van Creveld – der aber aus außenpolitischen Gründen keinesfalls ein kompletter Rückzug sein könne. Dazu sei die Region, ihr Öl, die politische Stabilität dort sowie ein Gegengewicht gegen Iran zu wichtig. Van Creveld geht davon aus, dass die USA deswegen mit einer verminderten Streitmacht im Irak bleiben werden. Die komplizierten Probleme, die ein teilweiser Rückzug der USA bei gleichzeitig weiter bestehender Präsenz in der Region nach sich ziehe, werde aber hoffentlich ein anderes „und fähigeres“ Team als das Präsident Bushs regeln. Denn Bush und seine Gefolgsleute gehörten wegen dieses „dummen Kriegs“ einem so genannten Impeachment-Verfahren unterzogen, aus dem Amt entfernt und dann vor ein Gericht gestellt. Das ist hinter der vordergründigen Frage nach Wohl und Wehe eines amerikanischen Rückzugs der wahre Inhalt von van Crevelds Artikel – er fordert, Bush wegen dessen Fehler im Irak-Krieg aus dem Weißen Haus zu werfen. Pikant ist diese Meinung nicht nur wegen ihres Inhalts – sondern auch besonders weil Martin van Creveld der einzige Autor außerhalb der Vereinigten Staaten ist, dessen Bücher über Militärgeschichte auf der Literaturliste stehen, die US-Offiziere während ihrer Ausbildung lesen müssen.

  • teilen
  • schließen