Eine Trennung von Arbeit und Freizeit? Das war einmal

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Angestrichenes Zitat: Andere Leute haben Hobbys, um ihren Intellekt zu pflegen, sein Geist blüht im Job auf. Wo steht das geschrieben? In der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) vom 20. Januar 2008. In welchem Zusammenhang? Die Autorin geht in ihrem Text einer These nach: Die Sache mit der Work-Life-Balance scheint heute nicht mehr zu gelten. Viele arbeitende Menschen wissen ihre Arbeitsleben nicht mehr vom Privatleben zu trennen und suggerieren sich praktischerweise, dass sie ihre Arbeit eben so erfüllend finden, dass sie kein Privatleben mehr brauchen. Damit diese These einigermaßen verständlich wird, werden in dem Artikel mehrere nicht mit Namen bezeichnete Mustermenschen beschrieben, denen auch in der Freizeit alles zum Projekt und zur Aufgabe verkommt. Ergebnis: Das Hobby, dieser frohgemute Freizeit-Vertreib scheint tot zu sein, weil Arbeit und Privat nun eins geworden sind. Grundlage dieser Annahme ist eine Studie namens "Delphi 2017 - Was Menschen morgen bewegt", die von der "Gesellschaft für Innovative Marktforschung" Ende vergangenen Jahres veröffentlicht wurde und in dem Artikel zitiert wird. 25 Sozialwissenschaftler haben Prognosen abgegeben, wie es denn höchstvermutlich weiter gehe mit der Gesellschaft. Studienleiterin Kerstin Ullrich fasst eines der Ergebnisse in dem FAS-Text in Worte: "Wir leben ein multi-duty-life. Arbeit ist nur noch eine Verpflichtung von vielen. Dafür ist der life-Anteil vollgepackt mit lebenslangem Lernen, Vorsorge für das Alter und der Absicherung der Kinder." Ist das nun eine düstere Prognose? Die Antwort bleibt jedem frei gestellt. Vielleicht ist sie nicht düster, denn vielleicht war es schon immer so, dass man sich um sich selbst und seine Kinder und ein bißchen Sicherheit kümmern musste. Und wer sagt eigentlich, dass der ideale Lebenszustand in der sauberen Trennnung von Arbeit und Freizeit zu sehen ist? Ist der Gedanke nicht einfach - altmodisch?

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