Hall of Shame

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Angestrichen: Roche führt in China zwei Studien mit einem Medikament durch, das die Abstoßung transplantierter Organe verhindern soll. In China stammen mehr als 90% aller transplantierten Organe von hingerichteten Gefangenen. Der Basler Pharma-Multi kann oder will aber nicht sagen, woher die mehr als 300 Organe für ihre Studien kommen. Roche muss diese daher unverzüglich einstellen, da der Konzern nicht ausschließen kann, dass die Organe von Gefangenen stammen.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Greenpeace-Banner an der Sunnibergbrücke in Davos. Wo steht das denn? In der Begründung der "Public Eye Awards"-Jury, in der nachzulesen ist, warum der Schweizer Pharmakonzern Roche, als eines von sechs nominierten Unternehmen, den Publikumspreis für die übelste Firma des Jahres erhalten sollte. Auf der Shortlist stehen außerdem: - Der französische Energieversorger GDF Suez, der an einem umstrittenen Staudammprojekt in Brasilien beteiligt ist. - Der indisch-luxemburgische Stahlkonzern Arcelor Mittal wegen illegaler Giftmüll-Entsorgung und Preisabsprachen in Südafrika. - Die Royal Bank of Canada, die den umweltschädlichen Abbau von Rohöl aus Teersand finanziert. - Die Schweizer PR-Agentur Farner, die Spitzeldienste für die Rüstungsindustrie übernahm. - Das Internationale Olympische Komitee (IOC), das die Winterspiele in Vancouver auf indianischem Land stattfinden lässt. Mit der Verleihung der Public Eye Awards wollen Greenpeace und die Schweizer NGO „Erklärung von Bern“ (EvB) einen Kontrapunkt zum Weltwirtschaftsforum in Davos setzen, das ab heute die Global Player dieser Erde in der Schweizer heilen Welt versammelt. Mit den "Public Eye Awards" üben Greenpeace und EvB öffentlichen Druck auf diejenigen Unternehmen aus, die mit besonders rücksichtslosen Geschäftspraktiken Menschen und Umwelt schädigen. Ihre Hoffnung ist, dass ein schlechtes Firmenimage auf Dauer auch die Konzerngewinne einbrechen lässt. Die Schmähpreise werden in den Kategorien „Global“ und „Swiss“ von einer internen Fachjury verliehen. Den „People’s Award“ Gewinner konnte das Publikum per Internet-Abstimmung ermitteln. Kurz vor Ende der Zählung führt Roche vor dem französischen Energieversorger GDF Suez. Dass der Schweizer Pharma-Riese, der in China an Organen von Hingerichteten forscht, den Preis aus den Händen der Moderatorin Julia Jentsch persönlich entgegen nehmen wird, gilt als ausgeschlossen. Wer es genau wissen will, kann den Live-Ticker zur Preisverleihung hier verfolgen. Erstmals wird am heutigen Abend auch ein Greenwash Award verliehen, um der inflationär wachsenden Zahl an Institutionen Rechnung zu tragen, die mittels sozial-ökologischer Schönfärberei versuchen, ihr schmutziges Image als unbelehrbarer Konzern rein zu waschen.

Text: anna-kistner - Bild: action press

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