Hat der Bundestag Kontakt zu Außerirdischen?

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 Angestrichen: Bundestag muss Einsicht in "UFO-Unterlagen" gestatten. 


 Wo steht das?
In einer Pressemitteilung des Verwaltungsgerichts Berlin. Das hat am Donnerstag mit Verweis auf das Informationsfreiheitsgesetz entschieden, dass auch ziemlich verrückte Dokumente öffentlich sein müssen. 

Worum geht’s?
Um eine Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages, die den vielversprechenden Titel trägt: "Die Suche nach außerirdischem Leben und die Umsetzung der VN-Resolution A/33/426 zur Beobachtung unidentifizierter Flugobjekte und extraterrestrischen Lebensformen“. Geklagt hatte der Berliner Frank R., der schon seit einigen Jahren felsenfest davon überzeugt ist, dass unsere Behörden mehr über Außerirdische wissen, als sie zugeben möchten.  Allerdings wollte ihm das bisher kein Amt bestätigen – beim Bundesverteidigungsministerium ist er mit seinen Nachfragen bereits abgeblitzt.  

Steht die Regierung mit wirklich Aliens in Kontakt?
Na ja, wohl kaum. Manche Wissenschaftler beschäftigen sich durchaus mit der Möglichkeit von Leben außerhalb der Erde. Aber geht es dann um Mikroorganismen oder Bakterien, und die werden sich wohl kaum in eine fliegende Untertasse setzen, um Erdenbewohner zu erschrecken. Klar: Dass es irgendwo in den unendlichen Weiten des Weltalls noch intelligentes Leben gibt, kann man nicht mit letzter Gewissheit ausschließen. Aber wenn, dann wäre es eben auch unendlich weit weg von uns. Allein der nächste sonnenähnliche Stern Proxima Centauri, in dessen Umfeld sich vielleicht ein erdähnlicher Planet befinden könnte, ist vier Lichtjahre von uns entfernt. Eine Raumsonde bräuchte etwa 32.000 Jahre, um uns zu erreichen.  Insofern spricht wenig dafür, dass Angela Merkel heimlich mit E.T. telefoniert oder Klingonen zum Staatsempfang trifft.  Auch das Weiße Haus hat neulich auf eine Online-Petition geantwortet, dass es keine Kenntnisse von Aliens habe.  Hartnäckige Ufo-Gläubige wird das aber wohl kaum beeindrucken: Über etwas, das es nicht gibt, lässt sich immer leicht behaupten, es würde von amtlichen Stellen verheimlicht. Die Unwiderlegbarkeit gehört zum Wesen der Verschwörungstheorie dazu.

Warum hat sich der Bundestag überhaupt mit Ufos beschäftigt?
Auch das geht letztlich auf die Ufo-Überzeugten selbst zurück: Seit 2007 macht sich die Deutsche Initiative für Exopolitik dafür stark, dass die Regierung ihre angeblichen Ufo-Akten herausrückt. Auf eine Bürgeranfrage aus dem Exopolitik-Umfeld hin beauftragte eine CDU-Abgeordnete den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages mit der Ufo-Studie. Was in der Studie steht, ist übrigens ziemlich banal: Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages spekuliert, dass die Regierung zu Zeiten des Kalten Krieges Ufo-Meldungen nachgegangen sein könnte, weil es sich ja um Spionage- und Kampfflugzeuge hätte handeln können. Exopolitik-Chef Robert Fleischer wollte jetzt.de übrigens kein Interview geben – vielleicht weil die „über­wältigenden Beweise für außer­irdische Besucher“, von denen die Exopolitiker auf ihrer Homepage sprechen, eben doch nicht so überwältigend sind.

Text: bernd-kramer - Foto: dpa

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