Kokain aus Westafrika

Westafrika wird zur ernsthaften Konkurrenz für südamerikanische Drogenkartelle. Dass der Konsum in Europa immer weiter ansteigt, spielt dabei eine entscheidende Rolle
julian-jochmaring

Angestrichen West Africa has become an attractive trade route for Latin America’s cocaine smugglers in recent years. On June 8th two tonnes (2000kg) of the stuff (with an estimated street value of over $1 billion) were seized in the Gambia. While cocaine use in America has fallen by 50% over the last two decades, some European countries have seen consumption rates double or triple. Aided by its corruptible police and flimsy money-laundering laws, up to 150 tonnes of cocaine are estimated to pass through the region a year. Wo steht das denn? In einem Online-Artikel der britischen Wochenzeitschrift The Economist

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Illustration: Julia Schubert

Das Klischee vom kolumbianischen Drogenhändler ist ernsthaft in Gefahr. Der Kokainnachschub für den europäischen Kontinent läuft nämlich verstärkt über den Umweg Westafrika. Länder wie Gambia, Guinea oder Liberia sind zu den wichtigsten Zwischenstationen auf dem Weg des weißen Puders vom südamerikanischen Regenwald bis in die Hinterzimmer und Clubtoiletten West- und Mitteleuropas geworden. Lange Zeit kontrollierten die kolumbianischen Drogenkartelle selbst den Kokain- Transport per Schiff und Flugzeug über den Atlantik. Dabei profitierten sie zunächst von den korrupten westafrikanischen Behörden und laxen Geldwäschegesetzen. Doch jetzt scheint es, als ließen sich die Afrikaner nicht länger als Handlanger missbrauchen. Kartelle aus Nigeria und Guinea kaufen den Stoff entweder in Brasilien ein oder produzieren gar selbst direkt vor Ort. In Guineas Hauptstadt Conakry hat die UNO im vergangenen Sommer zahlreiche Geheimlabors beschlagnahmt. Dort wurden neben Heroin, Kokain und Ecstasy auch zahlreiche Designerdrogen beschlagnahmt, die sich auf dem europäischen Markt immer größerer Beliebtheit erfreuen. Der Standortvorteil liegt mittlerweile ganz klar auf Seiten der afrikanischen Emporkömmlinge. Denn ihre Macht gründeten die südamerikanischen Drogenkartelle vor allem auf ihre engen Beziehungen zur us-amerikanischen Oberschicht, wie in zahlreichen Hollywoodfilmen wie Blow, Traffic oder Jackie Brown dokumentiert ist. Die restriktive Drogenpolitik der USA hat dort den Verbrauch in den letzten zwei Jahrzehnten um bis zu 50% verringert. In Europa haben Drogen im gleichen Zeitraum einen regelrechten Boom erlebt, die Konsumraten haben sich verdoppelt oder gar verdreifacht. Beobachter fürchten nun, dass es in Westafrika bald zu ähnlichen Drogenkriegen kommen könnte wie in Südamerika. In den hochgradig verarmten und politisch instabilen Ländern könnte das katastrophale Folgen haben. Ein Kommentar unter dem Economist-Artikel jedenfalls warnt vor der übermäßigen Verharmlosung von Kokain-Konsum: But as long as it's illegal, cocaine addicts should be aware that they are killing people with their "fun and livestyle". Or is it uncool in this world to contribute stopping that thousands of dead people are killed every year due to "drug war"?

Text: julian-jochmaring - Bild: economist.com

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