Lauf, Hank, Lauf

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Cover: Heyne angestrichen: Ich werde die Nerven behalten und cool bleiben. Ich weiß, dass ich das kann. „Du wirst eine Menge Geld bekommen, aber ich kann dir keine drei Millionen geben. Das geht nicht.“ Angewidert wirft er die Arme in die Luft. „Versuchst du handeln mit mir? Du sehr selbstsüchtig. Ja, denn hier es nicht nur geht um dich.“ „Was meinst du damit?“ „Du selbstsüchtiger Haufen Scheiße von einem Mann.“ „Was meinst du damit, es geht hier nicht nur um mich?“ „Geschäftsfreunde von meinem Vater keine dummen Leute, weißt du. Die wissen genau, wo lebt deine Familie. Und du, selbstsüchtiger Mann, versuchst handeln mit Leben deiner Familie?“ „Nein, das werde ich nicht.“ Und ich stoße Mickey die bröckeligen Stufen der östlichen Treppe des Kukulkan-Tempels hinunter. Wo steht das denn? Mickey ist der erste Tote auf Hanks Flucht, seitdem er es von Amerika nach Mexiko geschafft hatte. Eine Zeit lang hatte Hank dort seine Ruhe, unter der mexikanischen Sonne, in einer kleinen Bar bei seinem Kumpel Pedro, mit seinem Kater Bud und drei Millionen Dollar. Doch dann taucht Mickey auf, der zuerst einen harmlosen Backpacker spielt, doch sich bald als Sohn eines Russenmafia-Bosses entpuppt. Also muss Hank fliehen, zurück nach Amerika. Er wird wieder zum Gejagten. Charlie Huston hat eine fantastische Fortsetzung seines Romans „Der Prügelknabe“ geschrieben, der im letzten Jahr erschien und dem Leser den erholsamen Schlaf raubte, so spannend war der erste Teil geschrieben. Hank sollte einfach nur auf die Katze seines Nachbars aufpassen, wusste aber nichts von dem Schließfach-Schlüssel im Boden des Katzenkorbs. Plötzlich wurde er nicht nur von der Polizei, sondern auch von der Mafia und allerlei Psychopathen verfolgt. Und landete glücklicherweise zum Schluss an einem mexikanischen Strand, wo er zusammen mit dem Kater Bud ein ruhigeres Leben anfing. Die Angst davor, eine Fortsetzung könnte – wie bei Filmen – nur öde werden, widerlegt Huston durch rasante Verfolgungsjagden, knifflige Situationen, in die Hank beinahe minütlich gerät und einige Morde, die der Gejagte nicht will, aber doch durchführen muss, wenn er überleben will. Während des Lesens tanzen zwei Gedanken Ringelreihe. Der Eine: „Oh Gott, wann hört das auf?“ Der andere: „Fantastisch, dass es im nächsten Jahr noch einen dritten Teil geben wird!“ Steht im Bücherregal zwischen: Natürlich dem ersten Teil „Der Prügelknabe“ und dem Lebenswerk von Raymon Chandler, an dessen Kriminalromane Charlie Hustons Erzählstil immer wieder erinnert. „Der Gejagte“ von Charlie Huston. Erschienen bei Heyne. 478 Seiten, 7 Euro 95.

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