Textmarker: Die Twitterisierung eines Eheleben

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Angestrichen: Konnte man früher noch ungestört über den anderen herziehen, droht jetzt bei jeder Peinlichkeit die Bloßstellung vor einer ganzen Community. @schlenzalot widmete uns einmal einen Tweet, der sinngemäß so lautete: „Viel lustiger sind die Tweets wenn man weiß, dass die beiden verheiratet sind.“ Spätestens ab da war Vorsicht geboten.

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Illustration: Julia Schubert

Wo steht das denn? Auf dem Blog The banana skirt chronicles Anke, aka @litchi7, eine Bloggerin aus Berlin, schreibt da über ihr Twitter-Eheleben mit @vergraemer. Diesem in Deutschland verhältnismäßig neuen Phänomen widmete sie einen Artikel, in dem sie über die vielen neuen Fallstricke und Möglichkeiten eines Ehelebens in Zeiten von Twitter berichtete. Die meisten neu aufgetauchten Probleme sind ziemlich vorhersehbar: sich über den anderen via Twitter zu beschweren, kann in die Hose gehen; harmlose Tweets werden vom Publikum in einen Ehe-Zusammenhang gestellt und dementsprechend falsch interpretiert. Interessant ist allerdings, dass die Urheberrechtsfrage im Eheleben von @litchi7 und @vergraemer offenbar das größte Konfliktpotential mit sich bringt. Wenn @vergraemer eine SMS von @litchi7 in einen Tweet umwandelt und dafür vom Publikum Lob einheimst, dann hängt der Haussegen aber mal so dermaßen schief. Genauso, wenn einer von den beiden mal wieder schneller war und den Tweet des Partners einfach selbst getwittert hat. Auch die Follower-Zahl ist Grund für mindestens halb-ernstgemeinte Neid-Attacken. Dagegen wird der tägliche Haushaltsstress, der in vermutlich jeder existierenden Partnerschaft eine Rolle spielt, von den beiden per Twitter in die Öffentlichkeit gezerrt und damit erstaunlich schnell gelöst. Auch eine Möglichkeit, den Partner zu erziehen...

Text: penni-dreyer - Bild: dpa

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