Textmarker: Paul und seine asexuelle Ehe

Paul und Amanda sind verheiratet. Und asexuell. Wie das zusammen geht? Laut Paul sehr gut
penni-dreyer

Angestrichen: Amanda and I have been happily married for nine months now and we're both still virgins. Wo steht das denn? In einem Text, den der Londoner Paul Cox auf dem Internetportal der englischen Tageszeitung The Guardian verfasst hat. Paul Cox ist 24 Jahre alt, lebt in London und ist mit Amanda verheiratet. So weit, so normal. Nicht ganz so üblich: Paul und seine Frau Amanda sind beide asexuell. Sie hatten beide noch nie Sex, auch nicht miteinander. Sie sind asexual und fühlen sich weder zu Frauen, noch zu Männern hingezogen. Paul erzählt in dem Text, dass er schon immer so empfunden hat, dafür aber lange keinen Begriff hatte – bis er eine Website fand, die von Leuten für Leute wie ihn gemacht wurde: asexuality.org. Dort lernte er auch Amanda kennen, die ihm seine damalige neue Heimat New York zeigen wollte. Die beiden trafen sich immer öfter und wurden irgendwann gute Freunde. Und etwas später noch ein bisschen mehr als das. Sie beschlossen, zu heiraten. Dass sie beide keinerlei Interesse daran haben, ihre Ehe auch zu „vollziehen“, wie es im Amtsdeutsch heißt, hielt sie nicht davon ab. Immerhin, meint Paul, nähern sich fast alle Ehepartner spätestens nach fünf Jahren ihrem speziellen Lifestyle an – und verzichten ebenfalls auf Sex. Die Basis ihrer Ehe sei eine tiefe und besondere Freundschaft. Und das Versprechen, das sie einander gegeben haben: sollte einer von ihnen jemals Lust auf Sex verspüren, dann wird der andere es vermutlich mit ihm ausprobieren - der Ehe zuliebe. Bis dahin kuscheln und küssen sie einander und müssen Fremden nie mehr Auskunft über ihre sexuelle Orientierung geben. Schließlich sind sie ja verheiratet.

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