Von heute an: Frauen arbeiten umsonst

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Angestrichen: It's a rip-off equivalent to men being paid all year and women working for free from 30th October. Wo steht das denn? Auf der Website der Fawcett Society, einer feministischen Organisation, benannt nach der Feministin Millicent Fawcett, die im 19. Jahrhundert für das Wahlrecht der Frauen kämpfte. Und worum geht's? Die Rechnung ist ganz einfach: Von heute an bis zum Ende des Jahres arbeiten Frauen für lau. Zumindest im Vergleich zu all ihren männlichen Kollegen. Nicht, weil die so viel besser wären, oder so viel fleißiger. Oder so viel intelligenter. Nein. Einfach nur, weil sie einen Penis haben. Die gute Nachricht zuerst: Wenn es so weiter geht in Deutschland, dann verdienen Frauen im Jahre 2050 genauso viel wie Männer. 1960 lag der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern nämlich noch bei 40%. Heute verdienen Frauen nur noch rund 20% weniger als Männer. Also müsste der Unterschied nach Adam Riese 2050 ausgeglichen sein. Nun die schlechten Nachrichten: Deutschland liegt im europäischen Vergleich weit hinten. Der sogenannte „Gender Pay Gap“-Indikator lag 2004 im europäischen Durchschnitt bei 14%, wobei Malta mit 4% den geringsten Unterschied hatte. Und: in den letzten zehn Jahren hat sich in Deutschland leider nicht viel getan. Da lag der Indikator kontinuierlich zwischen 21 und 23%. Womit das Fernziel 2050 also noch weiter in die Ferne rückt. Dieses unerquickliche Zahlenspiel lässt sich übrigens nur zum Teil damit erklären, dass Frauen häufig in kleinen Unternehmen und in Bereichen mit niedrigen Verdienstniveaus arbeiten. Auch die Tatsache, dass berufstätige Frauen im Durchschnitt jünger sind und somit weniger verdienen und sehr selten in Führungspositionen sind, ist nur ein Teil der Erklärung. Selbst wenn Frauen in den gleichen Positionen wie Männer arbeiten würden, bliebe der Verdienst-Unterschied bei 17% und somit die Rechnung, dass alle Frauen von heute an umsonst arbeiten, weiterhin bestehen. Und diese Nachricht ist - auch wenn sie nicht neu ist - ganz schön frustrierend.

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