Wir rücken enger zusammen

Die Leute von Facebook haben sich die Freundschaften ihrer 721 Millionen Mitglieder angeschaut und die "Anatomie" der Website erkundet. Ein Ergebnis: Der durchschnittliche Facebooker hat 190 Freunde.
yvonne-gamringer

Angestrichen:
And as Facebook has grown over the years, representing an ever larger fraction of the global population, it has become steadily more connected. The average distance in 2008 was 5.28 hops, while now it is 4.74.

Wo steht das?
In einem Text auf Facebook, geschrieben von Facebook. Die Sozialen Netzwerker haben gemeinsam mit Forschern der Universität Mailand die "Anatomie" von Facebook erkundet. Anfang der Woche wurden die Studienergebnisse vorgestellt. Und auch wenn man Facebook doof findet: Sie sind nicht uninteressant.

Wie das?
Das große Problem in der Forschung ist es immer, eine ordentliche Grundgesamtheit herzubekommen. Die Datenmenge einer Studie muss groß genug sein, damit jeder Schluss, den man aus der Untersuchung zieht auch repräsentativ ist. Die Forscher wollten sich die Funktion von Sozialen Netzwerken genauer ansehen und analysierten die Freundschaftsverbindungen der 721 Millionen Facebooknutzer auf der Welt. Wer zum Beispiel immer dachte, alle Freunde hätten mehr Freunde als er selbst, findet in der Studie ein bisschen Beruhigung. Einerseits sei das ein bekanntes Paradoxon, dass man offenbar immer von Menschen umgeben sei, die mehr Freunde hätten. (Mehr dazu auf der verlinkten Seite.) Interessant ist aber auch, dass zehn Prozent aller Facebooknutzer weniger als zehn Freunde haben, 20 Prozent der Nutzer haben weniger als 25 Freunde. Der Schnitt liegt bei 190: Im Mittel hat jeder Facebooknutzer also 190 bestätigte Freundschaftskontakte.

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Illustration: Julia Schubert



War das alles?
Eben nicht. Die Sache mit dem Kleine-Welt-Phänomen oder den "Six Degrees of Separation" müssen wir noch erwähnen. Eine Studie aus dem vergangenen Jahrhundert besagt, dass zwei sich unbekannte Menschen irgendwo auf der Welt über im Durchschnitt sechs Menschen miteinander verbunden sind. Die Forscher haben die Frage nun noch einmal mit den Facebookdaten errechnet und herausgefunden, dass man in einem Netzwerk wie Facebook eher von fünf, teilweise von nur vier "Degrees of Separation" ausgehen muss, die zwischen zwei Menschen in, sagen wir, Deutschland und Bolivien liegen. Mit einem Netzwerk wie Facebook wächst die Welt also offenbar zusammen, lautet die Botschaft. Und die ist sehr wahrscheinlich ganz im Sinne des Facebook Data Teams.

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