Affig: Je älter die Gespielin, desto besser

Dr. Sommers Tierleben - heute: Schimpansen
roland-schulz

Es ist die alte Frage: Warum will man unbedingt mit der da ins Bett, nicht aber mit jener dort? Warum muss es diese sein? Die Forschung hat – zumindest beim Menschen – vor dieser Frage kapituliert und sagt: Ja mei, wissen wir auch nicht so genau, warum und wie sich Menschen sexuell anziehen – sind es Augen, Geruch, Busen, Bart oder was ganz was anderes? Keine Ahnung. Nur eine Regel gibt es: Menschliche Männer neigen dazu, sich jüngere Frauen als Sexgefährtinnen auszusuchen.

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Illustration: Julia Schubert

Schimpansen: Immer nur am Maul aufreißen Foto: dpa Umso überraschter waren amerikanische Forscher, die eine Population von Schimpansen in Uganda untersuchten – die Affen, stellten die Wissenschaftler fest, haben Sex am liebsten mit alten Frauen. Die Forscher, die die Affen über einen Zeitraum von mehreren Jahren beobachtet hatten, stellten fest, dass nicht etwas die jungen knackigen Schimpansinnen am häufigsten Sex hatten, sondern statt dessen die ältesten Weibchen der Population – sogar das Alpha-Tier, jener Affe mit Zugriffrecht auf alle Weibchen seiner Gruppe, suchte sich zum Sex vor allem die alten Äffinnen heraus. In manchen Fällen kam es unter den Männchen sogar zu Gewalttaten, um auszufechten, wer mit den alten Omas ins Bett darf. Die Forscher vermuten nun, der Grund für die Bevorzugung der alten Garde könnte sein, dass diese Schimpansinnen die größte Erfahrung in der Aufzucht des Nachwuchses haben. Damit steigt die Überlebenschance des Affen-Nachwuchses. Die Wissenschaftler merkten aber auch an, dass die Affen-Weibchen einen entscheidenden Vorteil besitzen – sie können im Gegensatz zur Menschen-Frau bis ins hohe Alter Nachwuchs austragen.

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