Bluthochzeit: Die Orgasmus-Explosion der Bienenmännchen

Wenn die männlichen Bienen, die so genannten Drohnen, Anfang Mai zur Begattung der Bienenkönigin ausschwärmen, machen sie sich auf ihren letzten Weg.
nina-roethel

Wenn die männlichen Bienen, die so genannten Drohnen, Anfang Mai zur Begattung der Bienenkönigin ausschwärmen, machen sie sich auf ihren letzten Weg. Bienensex ist für sie nämlich ausnahmslos tödlich. Dennoch versammeln sich jedes Jahr die Drohnen in unendlicher Vorfreude an den Drohnensammelplätzen und warten auf das Eintreffen der Königin, die sich auf ihrem Hochzeitsflug befindet. Jeder von ihnen ist ganz heiß darauf diese zu begatten. Kein Wunder, denn darin besteht der einzige Sinn eines Drohnenlebens. Ausschließlich dafür sieht die Natur sie vor.

Eine mit Farbklecks gekennzeichnete Bienenkönigin inmitten ihrer Arbeiterinnen Foto:dpa Das Geschlechtsorgan der Drohnen unterscheidet sich von dem der Menschen gewaltig, denn ihr Penis ist ins Bauchinnere gestülpt. Nur zum Geschlechtsakt in 15 Metern Höhe wird er ausgefahren. Um die Bienenkönigin auch hundertprozentig zufrieden zu stellen, pumpt der Drohn dabei seine gesamte Körperflüssigkeit in den Penis. Wenn ein Bienenmann es jedoch schafft, die Königin mit seinen Reizen rumzukriegen, kann er sich aber nicht lange darüber freuen: Sobald er nämlich zum Orgasmus kommt, wird ihm sein Penis mitsamt der inneren Organe und seiner Körperflüssigkeit in einer Art Explosion aus dem Leib gerissen, was den sofortigen Tod zur Folge hat. Das Geschlechtsteil bleibt dabei in der Königin stecken und wirkt wie ein Keuschheitsgürtel. Erst wenn die Arbeiterinnen den Penis wieder aus der Königin entfernt haben, kann sie wieder begattet werden. Denn die Königin gibt sich nicht mit einem Mal zufrieden – nein, sie braucht es gleich sieben bis acht Mal. Und jedes einzelne Männchen wird dabei dem Tode geweiht. Man stellt sich also die Frage, wieso sich die Bienenmänner der Befriedigung eines einzigen Weibchens opfern und mit dem Geschlechtsakt quasi Selbstmord begehen. Der Grund liegt vermutlich darin, dass ihr Gehirn dermaßen winzig ist, dass sie es – um es im menschlichen Sexualjargon auszudrücken- in der Hose tragen und sich keine Gedanken über die Auswirkungen machen. Die Königin fliegt übrigens nur ein einziges Mal zu ihrem Hochzeitsflug aus. Die gesammelten Spermien reichen dann für ihr gesamtes Leben. Bienenköniginnen sind nämlich sehr emanzipiert und überaus fortschrittlich in Sachen künstliche Befruchtung. Mit einer Samenblase ausgestattet, sind sie in der Lage die Spermien jahrelang zu lagern und somit nicht mehr auf ihre männlichen Artgenossen angewiesen.