Die Orchidee macht's sich selbst

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Nicht nur Menschen können mit sich selbst Sex haben, sondern auch Pflanzen. Der Unterschied: Die Orchidee Holcoglossum amesianum pflanzt sich sogar dadurch fort. Der Akt selbst erinnert an Menschen oder Tiere, die Liebe machen.

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Illustration: Julia Schubert

Während andere selbstbestäubende Pflanzen Hilfsmittel brauchen, um Nachfahren zu produzieren, geschieht das bei der Orchidee völlig organismusintern. Das Stelldichein beginnt, wie so oft, mit einem Vorspiel: Vom Staubblatt der Pflanze fällt eine Kappe ab und macht den Weg frei zur Orchideenvagina. Nun bekommt der männliche Pflanzenpart Lust. Der Griffel richtet sich auf und streckt sich nach vorne. Der männliche Staubfaden dreht sich wie ein sehr biegbarer Penis einmal um sich selbst und berührt so die weibliche Narbe, wo die Pollen platziert werden. Mit dieser Art der Fortpflanzung, die ein Forscherteam der Tsinghua-Universität in Shenzhen beobachtet hat, reagiert die Orchidee auf Mängel in ihrer Umgebung. Sie blüht in einem trockenen Umfeld mit nur wenigen Insekten. Da die Pflanze weder duftet, noch Nektar produziert hat sie auf die ohnehin spärlichen Sechsfüßler keine Wirkung. Die extreme Form von Inzucht der Pflanze birgt Risiken: „Doch die Notwendigkeit der Reproduktion muss diese negativen Effekte aufwiegen“, so die Forscher. Auch für koitale Probleme ist die Orchidee gerüstet: Misslingt der Akt, werden einfach keine Samen gebildet. Foto ist Eigentum der LaiQiang Huang, Tsinghua University Graduate School at Shenzhen

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